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Studentenbewegung gewinnt Parlamentswahl in Serbien, Včučić räumt Niederlage ein
Eine aus Protesten entstandene Studentenliste gewinnt Serbiens Parlamentswahl mit rund 53 Prozent, Aleksandar Vučić räumt seine Niederlage ein.
Serbien erlebt einen politischen Umbruch. Eine Studentenliste, die aus zwei Jahren Protest hervorging, gewann die vorgezogene Parlamentswahl mit rund 53 Prozent der Stimmen. Der langjährige Machthaber Aleksandar Vučić erkannte seine Niederlage noch in der Wahlnacht an.
Am Anfang stand eine Katastrophe. Im November 2024 stürzte in Novi Sad das Vordach eines frisch renovierten Bahnhofs ein und tötete 16 Menschen. Kritiker führten das Unglück auf Korruption bei der Auftragsvergabe zurück, woraufhin sich landesweiter Protest formierte. Vučić, seit mehr als zwölf Jahren die zentrale Figur der serbischen Politik, hatte die Neuwahl selbst angesetzt.
Nach Angaben der Wahlkommission entfielen auf die Studentenliste etwa 2,25 Millionen Stimmen, auf Vučićs Partei rund 1,67 Millionen. Das entspricht grob einem Verhältnis von 53 zu 39 Prozent. „Serbien ist frei“, riefen Feiernde in Belgrad. Die Liste tritt ohne klare Führungsfigur an und schickte Ärzte, Wissenschaftler und Künstler ins 250 Sitze zählende Parlament. Mit etwa 138 Mandaten könnte sie allein eine Regierung bilden.
Offen ist, wer das Land künftig führt. Als möglicher Regierungschef wird der frühere Notenbankchef Dejan Šoškić gehandelt. Wie eine Bewegung, die ihre Entscheidungen bisher per internem Referendum traf, einen handlungsfähigen Staat organisiert, muss sich erst zeigen.
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Regierungsfähigkeit lässt sich nicht per internem Referendum herstellen. Eine Liste ohne erfahrene Politiker und ohne klare Spitze muss binnen Wochen einen handlungsfähigen Staat organisieren. Zwischen basisdemokratischem Anspruch und der Notwendigkeit schneller Entscheidungen liegt ein Widerspruch, der viele Protestbewegungen schon aufgerieben hat.