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Welt·9. Juni 2026

Israel greift trotz Iran-Feuerpause weiter Libanon an – mindestens 14 Tote

Israel tötet mindestens 14 Menschen im Südlibanon und beschädigt einen UNESCO-Welterbeort in Tyros – trotz der neu vereinbarten Feuerpause mit Iran.

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Mindestens 14 Menschen kamen am Montag, dem 9. Juni 2026, bei israelischen Luftangriffen auf Südlibanon ums Leben. Nur Stunden zuvor hatten Israel und Iran erklärt, ihre gegenseitigen Angriffe vorläufig einzustellen.

Den Beginn der neuen Eskalation bildete ein israelischer Angriff auf Beiruts südliche Vororte am Sonntag, auf den Iran mit Raketenangriffen auf Israel antwortete. Der Schlagabtausch war die folgenschwerste Eskalation seit Beginn der Waffenruhe vom 8. April. Eine US-iranische Vereinbarung hatte damals die direkten Angriffe zwischen beiden Ländern gestoppt – Israels Kampf gegen die Hisbollah im Libanon lief jedoch weiter.

Besonders schwere Angriffe trafen die Küstenstadt Tyros: Ein Luftangriff nahe einem Rotkreuzzentrum tötete fünf Menschen und verwundete acht weitere, darunter vier Sanitäter. Ein israelischer Angriff beschädigte außerdem ein UNESCO-Weltkulturerbe in der Stadt. Im Sidon-Distrikt starben bei einem weiteren Angriff zwei Menschen, darunter ein Kind; in Zifta im Nabatieh-Distrikt kamen sieben Menschen ums Leben, darunter ein syrisches Kind und eine Frau. Die Hisbollah erklärte, 16 Operationen gegen israelische Streitkräfte durchgeführt zu haben.

Irans Militär warnte, dass fortgesetzte Angriffe – auch im Südlibanon – mit "weit schwereren Maßnahmen als bisher" beantwortet würden. Israels Verteidigungsminister Israel Katz wies die Drohung zurück: "Wir lehnen Irans Drohungen kategorisch ab." Solange keine Einigung über Libanon besteht, bleibt die Feuerpause fragil – Iran macht ein Ende der Kämpfe dort zur Bedingung für jede weitere Vereinbarung.

Perspektiven

Das eigentliche Dilemma ist die Kopplung: Iran bindet seinen Rückzug an einen Waffenstillstand im Libanon, Israel lehnt diese Verknüpfung ab. Beide Positionen haben eine innere Logik – und genau deshalb ist keine einfache Lösung in Sicht. Solange diese Grundspannung besteht, ist jede Feuerpause eine temporäre Atempause, keine Stabilisierung.

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Redaktionelle Einordnung

Die US-israelische Waffenruhe mit Iran vom 8. April deckt ausdrücklich nicht den Libanon-Konflikt ab – Israel führt dort seit dem 2. März Bodentruppen und ist nach eigenen Angaben auf einer separaten Linie mit der Hisbollah, die als eigenständige Front behandelt wird.

Um die Ecke gedacht

Die Hisbollah zog den Libanon am 2. März in den Krieg, als sie Raketen auf Nordisrael abfeuerte, um Irans Vergeltung für Israels Tötung von Khamenei zu unterstützen. Dass Iran jetzt eine Feuerpause mit Israel schließt, während Hisbollah weiter kämpft, zeigt die wachsende Spannung zwischen Teherans strategischem Interesse an Deeskalation und Hisbollahs militärischer Abhängigkeit vom Iran – oder stellt sich die Frage, ob das Kalkül zumindest teilweise aufging.