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Israel und Iran beschießen sich und erklären Feuerpause
Iran feuert erstmals seit April Raketen auf Israel ab, Israel schlaegt zurueck – nach einem Trump-Machtwort erklaeren beide Seiten eine Feuerpause.
Am Sonntagabend, dem 7. Juni 2026, hat Iran erstmals seit der US-vermittelten Waffenruhe vom 8. April wieder ballistische Raketen auf Israel gefeuert – rund 30 Geschosse, gerichtet vor allem auf den Norden des Landes, von Haifa über Tiberias bis Caesarea. Auslöser war ein israelischer Luftangriff auf ein Gebäude in der libanesischen Hauptstadt Beirut, das Israel als Hisbollah-Infrastruktur bezeichnete. Israel aktivierte sein Raketenabwehrsystem; die Armee meldete, alle Einschläge seien interceptt worden.
Die Reaktion Israels folgte in der Nacht: zwei Angriffswellen auf iranisches Territorium. Iranische Medien berichteten von Explosionen in Teheran, Isfahan und Tabriz; die israelische Armee teilte mit, eine petrochemische Anlage sowie Militäreinrichtungen getroffen zu haben. Es war das erste Mal seit Wochen, dass beide Staaten in direkten Schlagabtausch traten – und das erste Mal überhaupt, dass Iran für einen Angriff auf einen Verbündeten, nicht auf sich selbst, Israel direkt beschoss.
Nach rund 15 Stunden eskalierender Angriffe meldete sich US-Präsident Donald Trump auf Truth Social zu Wort: "Israel und Iran müssen sofort aufhören zu schießen", schrieb er. Wenig später erklärte Irans Revolutionsgarde das Feuer für eingestellt; Netanyahu bestätigte die Feuerpause in einer Videobotschaft und erklärte, Israel habe die Angriffe "auf Wunsch von Präsident Trump" eingestellt. Das Weiße Haus bestätigte ein Telefonat zwischen Trump und Netanyahu.
Die Feuerpause trägt alle Zeichen der Fragilität. Netanyahu und Irans Militärsprecher verbanden ihre Ankündigungen jeweils mit expliziten Drohungen: Israel werde auf jeden neuen iranischen Angriff "in aller Härte" reagieren; Iran drohte mit "noch vernichtenderen Maßnahmen", sollten israelische Angriffe auf den Süden des Libanon fortgesetzt werden. Analysten sehen in dem Vorfall einen Hinweis darauf, dass Irans Führung sich gestärkt genug fühlt, nun auch für Verbündete in die direkte Konfrontation zu gehen – eine Verschiebung, die die bestehende Logik des Konflikts verändert.
Das eigentliche Dilemma liegt in der Kopplung des Libanon-Konflikts an die Iran-Israel-Achse: Jeder Schlag auf Hisbollah-Ziele ist nun potenziell ein Auslöser für einen direkten iranischen Angriff auf Israel. Beide Seiten haben legitime Sicherheitsinteressen – Israel will verhindern, dass die Hisbollah im Norden neue Stellungen aufbaut; Iran will die Deeskalation für Verbündete erzwingen. Diese Interessen sind derzeit nicht gleichzeitig erfüllbar, und die Feuerpause schiebt die Entscheidung nur auf.
Seit April 2024 eskaliert der Iran-Israel-Konflikt in mehreren Wellen – jeweils ausgelöst durch Angriffe auf Drittparteien oder Verbündete. Dass Iran diesmal für einen Hisbollah-Angriffspunkt und nicht erst für Schläge auf eigenes Territorium zurückschlug, gilt als neue Eskalationsstufe.
Trump forderte auf Truth Social das Feuer-Einstellen – und beide Seiten gehorchten. Doch es waren die gleichen Posts, mit denen er zuvor angekündigt hatte, die Lage "zu kontrollieren". Ob die Feuerpause auf US-Einfluss zurückgeht oder beide Seiten schlicht Luft holen wollten, lässt sich von außen kaum unterscheiden.