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Audi-Chef Döllner in der Kritik nach Auftritt mit Trump zu US-Werk
Audi-Chef Döllner verteidigt seinen Auftritt mit Trump zur Ankündigung eines US-Werks für vier Milliarden Dollar, Betriebsrat und Gewerkschaft kritisieren ihn.
Ein Fototermin wird zum Problem für Audi. Vorstandschef Gernot Döllner trat bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump auf die Bühne und dankte dem US-Präsidenten, nachdem dieser den Bau eines neuen Audi-Werks angekündigt hatte. Im eigenen Konzern löste der Auftritt Empörung aus.
Der Zeitpunkt ist heikel. In den USA stehen am 3. November die Zwischenwahlen an, und Georgia gilt für Trumps Partei als umkämpfter Bundesstaat. Nach Darstellung von Kritikern verstößt Döllner mit seiner Teilnahme gegen die eigenen Grundsätze von Audi, sich vor Wahlen aus Parteiveranstaltungen herauszuhalten.
Das geplante Werk bei Perry soll rund vier Milliarden Dollar kosten und etwa 4.500 Arbeitsplätze schaffen. Vom Band laufen sollen von Anfang der 2030er-Jahre an bis zu 200.000 Geländewagen pro Jahr. Cavallo warf der Konzernführung vor, sich zur „Marionette“ einer Propaganda-Show machen zu lassen. Benner nannte das Verhalten politisch inakzeptabel, Pantisano verlangte Döllners Rücktritt, während dieser auf das Interesse des Unternehmens verwies.
Hinter dem Streit steht die Lage der deutschen Autoindustrie. Während Audi Milliarden in den USA investiert, gilt das Werk Neckarsulm mit rund 15.000 Beschäftigten als einer von mehreren gefährdeten Standorten. Ob der Aufsichtsrat die US-Investition endgültig beschließt, ist nach Angaben aus Niedersachsen noch offen.
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Man kann die US-Investition sinnvoll finden und den Auftritt trotzdem für einen Fehler halten. Audi muss dem wichtigen US-Markt näherkommen und zugleich Zollkosten von rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr abfedern. Beides zu erklären, ohne als Teil eines Wahlkampfs zu erscheinen, ist die Gratwanderung, die hier misslang.