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Huthi kontrollieren Bab al-Mandab nach Einnahme von Mokka – UNO-Sicherheitsrat berät
Die vom Iran unterstützten Huthi erobern die jemenitische Hafenstadt Mokka und beanspruchen die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer.
Die vom Iran unterstützten Huthi haben die Hafenstadt Mokka an der jemenitischen Westküste eingenommen. Regierungsnahe Kräfte zogen sich nach Angaben jemenitischer Militärkreise am Mittwochabend nach Süden zurück. Damit fiel die letzte von der international anerkannten Regierung gehaltene Stadt am Roten Meer an die Miliz.
Mokka liegt rund 75 Kilometer nördlich der Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer über den Golf von Aden mit dem Indischen Ozean verbindet. Die Passage zählt neben der Straße von Hormus zu den wichtigsten Routen für Rohöl und Kraftstoffe aus der Golfregion. Seit die Straße von Hormus im laufenden Nahost-Krieg für die Schifffahrt weitgehend blockiert ist, wickelt Saudi-Arabien einen großen Teil seiner Ölexporte über das Rote Meer ab. Ihre Offensive im Südwesten hatten die Huthi vor rund einer Woche begonnen.
Der UNO-Sondergesandte Hans Grundberg sprach vor dem Sicherheitsrat von einer „neuen und gefährlicheren Phase des Krieges“. Seit dem 3. September seien mehr als 11.400 Haushalte vertrieben worden, während sich die Kämpfe über fünf Provinzen ausbreiteten. Die Sorge vor einer Blockade ließ den Preis für die Rohölsorte Brent um 3,5 Prozent auf über 100 Dollar je Barrel steigen. Huthi-Sprecher Mohammed Abdulsalam erklärte, die Schifffahrt im Roten Meer bleibe sicher und die Einsätze richteten sich allein gegen Saudi-Arabien. Nach Darstellung des russischen Staatssenders RT beanspruchte ein weiterer Huthi-Sprecher zugleich die Kontrolle über Bab al-Mandab.
Der Präsident des jemenitischen Präsidialrats Raschad al-Alimi rief andere Staaten zur Hilfe bei der Verteidigung der Küsten auf und warnte vor einer Wiederholung des Hormus-Szenarios. Ob die Miliz tatsächlich die gesamte Meerenge beherrscht, ist unbestätigt. Berichte über eine Landung auf der Insel Perim, die die Fahrrinne teilt, ließen sich zunächst nicht überprüfen.
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Jede Antwort auf die Huthi-Offensive kollidiert mit einem gegenläufigen Interesse. Ein militärischer Schutz der Meerenge bindet Kräfte und riskiert eine Ausweitung des Krieges, ein Zuwarten überlässt der Miliz ein globales Nadelöhr. Dass Saudi-Arabien seit der faktischen Blockade von Hormus ausgerechnet auf das Rote Meer ausweicht, verknüpft beide Chokepoints zu einem einzigen Risiko.
Unabhängig bestätigt ist bislang nur die Einnahme Mokkas, nicht die von den Huthi beanspruchte Kontrolle über die gesamte Meerenge. Wie Reedereien und Versicherer auf die Lage reagieren und ob sie ihre Routen erneut umleiten, nennt keine der Quellen.
Bab al-Mandab und die Straße von Hormus sind die beiden Nadelöhre für den Öltransport aus der Golfregion. Da Hormus im Nahost-Krieg bereits weitgehend blockiert ist, würde eine Kontrolle über Bab al-Mandab dem Iran und seinen Verbündeten Zugriff auf die zweite zentrale Energieroute nach Europa und Asien geben.
Die staubige Kleinstadt Mokka gab einst der Kaffeesorte Mokka ihren Namen, als sie im 17. Jahrhundert einer der wichtigsten Kaffeehäfen der Welt war. Heute verdankt sie ihre Bedeutung nicht dem Handel, sondern ihrer Lage kurz vor jenem Nadelöhr, durch das ein großer Teil des Öls zwischen Golfregion, Suezkanal und Asien fließt.