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Welt·10. September 2026

Saudi-Arabien fliegt rund 40 Luftangriffe im Jemen, Huthi erobern Rotmeer-Stadt Mocha

Die Huthi melden rund 40 saudische Luftangriffe auf vier Provinzen im Jemen und erobern zugleich die Rotmeer-Stadt Mocha nahe der Meerenge Bab al-Mandab.

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  • Huthi greifen Saudi-Arabien mit Drohnen und Raketen an, Riad kündigt Vergeltung an

Der Krieg im Jemen weitet sich aus. Die Huthi-Miliz meldete am Donnerstag rund 40 saudische Luftangriffe auf die Provinzen Taiz, Hodeida, al-Dschauf und Marib. Zeitgleich brachten die Iran-nahen Rebellen nach Angaben jemenitischer Regierungsquellen die Hafenstadt Mocha am Roten Meer unter ihre Kontrolle und rückten damit an die Meerenge Bab al-Mandab heran.

Der Konflikt reicht bis 2014 zurück, als die Huthi die Hauptstadt Sanaa einnahmen und eine von Saudi-Arabien geführte Militärintervention auslösten. Rund 150.000 Menschen starben, bis eine von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenruhe 2022 die großen Kampfhandlungen beendete. Seit Juli flammt der Krieg wieder auf, nachdem Regierungstruppen den von den Huthi gehaltenen Flughafen von Sanaa angegriffen hatten. Die neue Runde der Kämpfe fällt zusammen mit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran, den wichtigsten Unterstützer der Huthi.

Die international anerkannte Regierung wirft den Huthi vor, bei einem Artillerieangriff in der Provinz Marib drei Kinder getötet zu haben, darunter ein Säugling. Es war laut der staatlichen Nachrichtenagentur Saba der zweite derartige Beschuss binnen 48 Stunden. Die Huthi äußerten sich dazu nicht, erklärten aber, bei einem saudischen Angriff auf ein Gefängnis in der Provinz al-Dschauf seien mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden bei den Kämpfen bereits mehr als 1.000 Menschen getötet oder verletzt und Zehntausende vertrieben.

Die Angriffe auf saudisches Gebiet rücken ein neues Bündnis in den Blick. Pakistan, die Türkei und Saudi-Arabien unterzeichneten im vergangenen Monat das Mekka-Verteidigungsabkommen, das einen Angriff auf einen Partner als Angriff auf alle wertet. Islamabad bezeichnete den Pakt als rein defensiv und erklärte, über eine militärische Reaktion werde derzeit nicht gesprochen. „Wenn die Zeit kommt, werden wir handeln“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Hier kollidieren zwei legitime Interessen, für die es keine einfache Lösung gibt. Saudi-Arabien darf Angriffe auf sein Territorium nicht hinnehmen, doch jede Vergeltung im Jemen trifft ein Land, in dem bereits 150.000 Menschen gestorben sind. Weil die Huthi zugleich Teil des größeren Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran sind, lässt sich der Jemen nicht isoliert befrieden.

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Was fehlt

Die Opferzahlen stammen fast ausschließlich von den Kriegsparteien selbst, der jemenitischen Regierungsagentur Saba und den Huthi, eine unabhängige Bestätigung fehlt. Wie Saudi-Arabien seine Luftangriffe und deren Ziele begründet, kommt in den vorliegenden Berichten nicht vor.

Redaktionelle Einordnung

Die Meerenge Bab al-Mandab am Südausgang des Roten Meeres ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Handels und der Energielieferungen läuft. Der Jemen-Krieg tobt seit 2014 und forderte rund 150.000 Tote, bevor eine UN-Waffenruhe 2022 die Front weitgehend einfror.

Um die Ecke gedacht

Erst im vergangenen Monat unterzeichneten Pakistan, die Türkei und Saudi-Arabien das Mekka-Verteidigungsabkommen. Ob die Huthi ihre Angriffe auf das Königreich nun bewusst als ersten Test dieses Pakts eskalieren? Auffällig ist der Zeitpunkt, denn die Kämpfe brachen wieder aus, kurz nachdem Regierungstruppen den Flughafen von Sanaa angriffen und der Krieg gegen den Iran begann.