
Landesweite Streiks in Frankreich gegen Lohn- und Energiekosten
In ganz Frankreich streiken Fischer, Polizisten und Energiebeschäftigte für höhere Löhne und drosseln dabei die Stromversorgung um bis zu fünf Gigawatt.
In ganz Frankreich haben am Dienstag Beschäftigte aus mehreren Branchen die Arbeit niedergelegt. Fischer, Polizisten, Energiearbeiter und Universitätspersonal protestierten für höhere Löhne und gegen die gestiegenen Lebenshaltungs- und Energiekosten.
Im Energiesektor legte ein 24-stündiger Ausstand die Stromversorgung um bis zu fünf Gigawatt lahm. Auslöser ist eine Empfehlung des französischen Rechnungshofs, Vergünstigungen für Beschäftigte wie den Zugang zu billigerem Strom zu streichen. Die Gewerkschaften riefen deshalb beim staatlichen Atomkonzern EDF sowie bei den Gasterminalbetreibern Fluxys und Elengy zum Streik auf.
Am LNG-Terminal Dünkirchen sank die Lieferkapazität nach Daten von Fluxys auf vier Gigawattstunden pro Tag, normal sind mindestens 9,4 Gigawattstunden. Bereits um drei Uhr morgens blockierten Fischer ein Öldepot in Fos-sur-Mer und hielten dort rund fünfzig Tanklastwagen auf. Sie verlangen Gespräche mit Fischereiministerin Catherine Chabaud über steigende Treibstoff- und Betriebskosten. In Paris zogen mehrere tausend Polizisten über die Champs-Élysées zur Nationalversammlung.
Frankreich zählt zu den größten Gasexporteuren Europas, weshalb der Ausstand über die Landesgrenzen hinaus wirkt. Ob die Regierung auf die Forderungen eingeht, ist offen. Für die kommenden Tage sind weitere Aktionen angekündigt.
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Beide Seiten haben einen legitimen Punkt, der den anderen teuer zu stehen kommt. Der vergünstigte Strom kostet einen hoch verschuldeten Staat Geld, das er nicht hat, doch seine Streichung provoziert Ausstände, die selbst Milliarden an Wertschöpfung lahmlegen. Einfache Antworten scheitern an dieser wechselseitigen Abhängigkeit.