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Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche russische Spionin in Berlin an
Die Bundesanwaltschaft klagt die Berliner Unternehmerin Ilona W. an, weil sie für Russland deutsche Verteidigungspolitik ausgeforscht haben soll.
Die deutsche Bundesanwaltschaft hat eine mutmaßliche russische Spionin angeklagt. Der Generalbundesanwalt erhob am Kammergericht Berlin Anklage gegen die 57-jährige Ilona W. wegen Agententätigkeit. Die Deutsch-Ukrainerin sitzt seit Januar in Untersuchungshaft.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Spionageverfahren mit Russland-Bezug ein, seit Moskau seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Deutsche Sicherheitsbehörden warnen seit Monaten vor verstärkter Ausspähung und Sabotage. Erst kürzlich hatte der Militärische Abschirmdienst von einer erheblich gestiegenen Bedrohung gesprochen.
Spätestens seit Oktober 2023 soll W. Kontakt zu einem hauptamtlichen Geheimdienstmitarbeiter der russischen Botschaft gehabt haben. Diesen habe sie über Jahre mit Informationen zu hochkarätigen politischen Veranstaltungen versorgt und ihm, teils unter falschem Namen, Zugang verschafft. So habe der Mann ein eigenes nachrichtendienstliches Netzwerk aufbauen können. Nach Darstellung des Spiegel diente sie einem Offizier des Militärgeheimdiensts GRU. Zugleich soll W. versucht haben, Personen aus dem Verteidigungsministerium und der Rüstungsindustrie für ihre Zwecke zu gewinnen.
Im Fokus stand den Anklägern zufolge die deutsche Verteidigungspolitik vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs. Der Staatsschutzsenat des Kammergerichts muss nun entscheiden, ob und wann es zum Prozess kommt. Bei einer Verurteilung wegen Agententätigkeit drohen mehrjährige Haftstrafen.