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Foto: BBC News

Wirtschaft·10. September 2026

Ölpreis überschreitet erstmals seit Juli die 100-Dollar-Marke nach Eskalation am Persischen Golf

Der Ölpreis überschreitet nach gegenseitigen Angriffen auf Tanker am Persischen Golf erstmals seit Juli die Marke von 100 Dollar je Barrel.

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  • USA greifen iranische Öltanker an – Iran vergilt mit Raketen auf US-Stützpunkte

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ist am Mittwoch auf 100 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Ende Juli. Auslöser war die schwerste Angriffswelle auf die Schifffahrt seit Beginn des Krieges zwischen den USA und Iran vor sechs Monaten. Am frühen Donnerstag notierte Brent zeitweise bei 101,94 Dollar.

Vor Kriegsbeginn im Februar hatte ein Barrel Brent noch rund 70 Dollar gekostet. Durch die Straße von Hormus läuft etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls, weshalb jede militärische Eskalation dort unmittelbar auf die Notierungen durchschlägt. Eine einmonatige Ruhephase endete vergangene Woche, als beide Seiten erneut militärische, zivile und Energieziele angriffen.

Nach eigenen Angaben versenkten die USA in der Nacht fünf iranische Tanker als Vergeltung für einen iranischen Angriff auf ein Kriegsschiff. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten daraufhin, zehn Schiffe nahe der Straße von Hormus sowie eine US-Basis in Jordanien getroffen zu haben. Ein Seemann kam laut den Berichten ums Leben, ein weiterer gilt als vermisst. Die Huthis im Jemen meldeten zudem Angriffe auf saudische Ölanlagen. Teheran kündigte an, eine Sperrzone für die Schifffahrt einzurichten, die über die Meerenge hinaus bis nach Chabahar an der Küste nahe Pakistan reichen soll.

In der Schweiz überschritt der Benzinpreis zuletzt die Marke von zwei Franken je Liter. Ob die höheren Rohölnotierungen dauerhaft bleiben, hängt davon ab, wie lange die Angriffe auf Tanker und Ölanlagen anhalten. Solange die Straße von Hormus umkämpft bleibt, dürfte der Risikoaufschlag auf den Preis bestehen.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Der Preis spiegelt einen echten Zielkonflikt, keine einfache Schuldfrage. Strategische Reserven freizugeben dämpft kurzfristig die Notierungen, verringert aber den Puffer für eine womöglich längere Krise. Versorgungssicherheit heute und Unabhängigkeit morgen ziehen in unterschiedliche Richtungen, und beide Ziele haben ihren Preis.

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Was fehlt

Wie stark die höheren Rohölnotierungen bereits an deutschen und österreichischen Tankstellen ankommen, beziffert keine der Quellen. Auch ob die Internationale Energieagentur eine Freigabe strategischer Reserven erwägt, bleibt offen.

Redaktionelle Einordnung

Durch die Straße von Hormus laufen rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls; eine Eskalation dort schlägt binnen Stunden auf die Energiepreise und damit auf Tankstellen und Heizkosten in Europa durch.

Um die Ecke gedacht

Der Anstieg um rund 40 Prozent seit Kriegsbeginn im Februar erinnert an das Preismuster nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022, als Energie zum Druckmittel wurde. Auffällig ist, dass Teheran die geplante Sperrzone bis nach Chabahar nahe der pakistanischen Grenze ausweiten will, also weit über die eigentliche Meerenge hinaus.