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USA greifen iranische Öltanker an – Iran vergilt mit Raketen auf US-Stützpunkte
Die USA greifen erneut iranische Öltanker an und Iran feuert nach eigenen Angaben Raketen auf US-Stützpunkte in Jordanien ab.
In der Nacht hat das US-Militär erneut mehrere iranische Öltanker angegriffen. Iranische Medien meldeten Explosionen nahe der Insel Charg im Persischen Golf und nahe der Hafenstadt Dschask an der Straße von Hormus. Ein Tanker sei von einer US-Rakete getroffen worden, Verletzte habe es nach diesen Angaben nicht gegeben.
Es war bereits der zweite Angriff binnen weniger Tage. Am Samstag hatte das US-Militär nach eigenen Angaben drei iranische Tanker getroffen. Washington will mit einer Seeblockade in der Straße von Hormus die iranischen Ölexporte unterbinden, von denen Teherans Staatshaushalt stark abhängt. Die Insel Charg verschifft einen Großteil der iranischen Ölproduktion und war schon im Iran-Irak-Krieg der 1980er Jahre ein militärisches Ziel.
Nach US-Darstellung folgten die Schläge auf versuchte iranische Raketenangriffe auf ein Kriegsschiff der US-Marine, bei denen kein amerikanisches Schiff getroffen wurde. Die Revolutionsgarde warnte Besatzungen von Tankern nahe Häfen in Kuwait und Bahrain, ihre Schiffe sofort zu verlassen, und warf beiden Staaten vor, US-Truppen zu beherbergen. Iranische und russische Staatsmedien meldeten anschließend eine iranische Vergeltung. Nach Angaben des iranischen Senders SNN, verbreitet über die russische Agentur TASS, wurden mindestens 20 Raketen auf die Stützpunkte Muwaffaq Salti und Prince Hassan in Jordanien abgefeuert. Videos aus Jordanien zeigten den Berichten zufolge Patriot-Abwehrraketen im Einsatz; eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor.
Eine offizielle Reaktion des US-Militärs auf den gemeldeten iranischen Beschuss stand zunächst aus. Sollte Iran die angedrohten Angriffe auf Tanker in Kuwait und Bahrain umsetzen, geriete der Schiffsverkehr in der gesamten Golfregion unter Druck. Über die Straße von Hormus läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels.
Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.
Eine Blockade, die Irans Exporte stoppt, kann genau die Route schließen, die sie schützen soll. Je stärker der wirtschaftliche Druck, desto größer der Anreiz für Teheran, den Schiffsverkehr für alle zu gefährden und damit auch Verbündete der USA zu treffen. Diese Wechselwirkungen machen jede lineare Kalkulation der Wirkung unsicher.
Ob Iran tatsächlich Raketen auf die jordanischen Stützpunkte abfeuerte, stützt sich bislang allein auf iranische und russische Staatsmedien; eine unabhängige oder US-amerikanische Bestätigung fehlt ebenso wie belastbare Angaben zu Schäden oder Opfern.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt; rund ein Fünftel des global gehandelten Erdöls passiert die Meerenge. Jede militärische Eskalation dort trifft unmittelbar die weltweite Energieversorgung und die Ölpreise.
Schon vor dem Iran gerieten Venezuelas Ölreserven unter US-Sanktionsdruck, ebenfalls mit dem erklärten Ziel wirtschaftlicher Isolierung. Dass Washington nun eine Seeblockade gegen einen weiteren großen Ölexporteur fährt, fügt sich in ein bekanntes Muster der Energiepolitik. Ob das Kalkül diesmal aufgeht, ist offen, weil Teheran den Ölhandel für die gesamte Region gefährden kann.