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Lula gewinnt brasilianische Stichwahl, Bolsonaro erkennt Niederlage nicht an
Lula gewinnt die brasilianische Stichwahl mit 51,8 Prozent, doch Flávio Bolsonaro erkennt das Ergebnis nicht an und will es vor Gericht anfechten.
Brasilien bleibt unter linker Führung. Luiz Inácio Lula da Silva gewann die Stichwahl um die Präsidentschaft mit 51,8 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen seinen rechten Herausforderer Flávio Bolsonaro durch. Zwischen beiden lagen rund 4,4 Millionen Stimmen.
Bemerkenswert ist der Weg dorthin. Im ersten Wahlgang Anfang Oktober hatte Bolsonaro mit etwa 47 Prozent noch vor Lula gelegen. Seit der Rückkehr zur zivilen Herrschaft 1985 gewann kein brasilianischer Präsident die Wahl, nachdem er die erste Runde verloren hatte. Lula, der das Land schon von 2003 bis 2010 regierte, steht damit vor seiner vierten Amtszeit.
Entscheidend war, dass diesmal mehr jener Wähler kamen, die im ersten Durchgang zu Hause geblieben waren. Vor seinen Anhängern nannte Lula den Ausgang eine Niederlage für „Negativität und Lügen“. Bolsonaro dagegen weigert sich, das Ergebnis anzuerkennen, und kündigte an, dessen Annullierung zu beantragen. Sein Vorwurf richtet sich gegen Richter Cristiano Zanin, der die Öffnungszeit der Wahllokale landesweit um zwei Stunden verlängert hatte. Dass auch sein eigenes Team wegen starker Regenfälle im Süden eine Verlängerung verlangt hatte, lässt er aus.
An den Finanzmärkten sorgte der Ausgang für Unruhe, die Landeswährung Real gab nach. Im Kongress bleibt Bolsonaros Partei die stärkste Kraft, weshalb Lula bei zentralen Vorhaben mit Widerstand rechnen muss. Dass die juristische Anfechtung Erfolg hat, gilt angesichts des klaren Abstands als unwahrscheinlich.
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Ein Sieg mit 51,8 Prozent regiert sich anders als eine satte Mehrheit. Lula gewann die Präsidentschaft, doch im Kongress dominiert Bolsonaros Lager, sodass jedes Reformvorhaben Verhandlung und Kompromiss erzwingt. Wer in diesem Geflecht zu schnell durchregieren will, riskiert Blockaden, die am Ende beide Seiten lähmen.