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Welt·26. Oktober 2026

Frankreich kündigt nach Schulprotesten Milliardenpaket und Parcoursup-Ende an

Frankreich verspricht nach wochenlangen Schulprotesten Milliardenkredite und das Aus für Parcoursup, doch Schüler und Gewerkschaften protestieren weiter.

Nach Wochen auf der Straße erhalten Frankreichs Schüler und Studierende eine Antwort aus Paris. Die Regierung will bis 2030 vier Milliarden Euro an verbilligten Krediten bereitstellen, mit denen Kommunen und Regionen verfallene Gymnasien sanieren können. Eine weitere Milliarde soll in die Renovierung der Universitäten fließen.

Der Konflikt hatte sich an baufälligen Schulgebäuden, ausfallenden Stunden und fehlenden Lehrkräften entzündet. Besonders umstritten ist Parcoursup, die seit 2018 genutzte Online-Plattform zur Vergabe der Studienplätze, der Kritiker undurchsichtige Kriterien und eine Benachteiligung von Bewerbern weniger angesehener Schulen vorwerfen. Mitte Oktober schlugen Kundgebungen in mehreren Städten in Gewalt um, in Limoges brannte das Rathaus. Seither haben sich Gewerkschaften und weitere Gruppen angeschlossen, sodass sich der Protest nun auch gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten richtet.

Nach einem Treffen mit Premierminister Sébastien Lecornu verkündeten die zuständigen Minister am Montag ihre Zugeständnisse. Hochschulminister Philippe Baptiste kündigte an, Parcoursup im Herbst 2028 durch ein neues Verfahren zu ersetzen und bis dahin jede Absage begründen zu lassen. Bildungsminister Édouard Geffray stellte Hunderte zusätzliche Lehrerstellen in Aussicht. Am Samstag zuvor waren nach Angaben des Innenministeriums rund 410.000 Menschen auf die Straße gegangen, andere Zählungen kommen auf bis zu 800.000. Innenminister Laurent Nuñez meldete 1.435 Festnahmen bei einem Einsatz von 70.000 Sicherheitskräften.

Beruhigt ist die Lage damit nicht. Die Schülerorganisation „Les Lycéens!“ rief noch am Montag zu Protesten am 31. Oktober auf, Gewerkschaften mobilisieren für einen landesweiten Streik am 5. November. Weil Nuñez rund um Halloween neue Krawalle erwartet, sollen erneut Ausgangssperren gelten.

Perspektiven

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Je weiter die Regierung nachgibt, desto mehr Gruppen sehen in der Straße einen wirksamen Hebel. Das Paket kann den Kern der Bildungsproteste entschärfen und zugleich Gewerkschaften und Gelbwesten zeigen, dass Druck sich auszahlt. Ob der 5. November kleiner oder größer ausfällt als der vergangene Samstag, wird zeigen, welcher Effekt überwiegt.

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