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Inland·9. Juni 2026

SKL-Glücksatlas 2026: Erfurt ist Deutschlands glücklichste Großstadt

Erfurt führt den SKL-Glücksatlas 2026 als glücklichste deutsche Großstadt an, während das wohlhabende München nur auf Platz 24 landet.

Die glücklichsten Großstädter Deutschlands leben in Erfurt. Im neuen SKL-Glücksatlas führt die Thüringer Landeshauptstadt das Ranking der 40 größten Städte mit 7,74 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 an. Gegenüber dem Vorjahr rückte Erfurt von Platz 6 an die Spitze, während der frühere Spitzenreiter Kassel auf Rang 13 zurückfiel.

Der Glücksatlas wird von der Universität Freiburg gemeinsam mit der Süddeutschen Klassenlotterie erstellt. Für die Auswertung befragte das Institut für Demoskopie Allensbach zwischen Januar 2023 und April 2026 insgesamt 23.286 Menschen im Alter von 16 bis 84 Jahren. Untersucht wurden ausschließlich Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern. Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit in Deutschland liegt bei 7,02 Punkten und damit 0,05 Punkte höher als im Vorjahr.

Auffällig ist die Kluft zwischen messbarem Wohlstand und gefühltem Glück. Bei den objektiven Indikatoren wie Einkommen oder Grünflächen rangiert Erfurt nur auf Platz 27, gilt den Forschern aber als Overperformer. Umgekehrt schneidet das wohlhabende München bei den harten Faktoren stark ab und landet bei der Zufriedenheit dennoch nur auf Rang 24. Hinter Erfurt folgen Augsburg, Düsseldorf, Krefeld und Kiel, am Ende steht erneut Rostock. "Die materiellen Wohlstandsindikatoren erfassen das Lebensglück der Menschen nicht vollständig", sagte Studienautor Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg. Auch Gemeinschaftsgefühl und Identifikation mit dem Wohnort zählten.

Die Forscher führen Erfurts Spitzenplatz vor allem auf günstige Mieten, hohe Umweltqualität und eine beschauliche Stadtgröße zurück. Mit zunehmender Größe sinke die Lebenszufriedenheit im Schnitt. Damit verschiebt der Atlas den Blick weg von reinen Wohlstandszahlen hin zu Wohnkosten und sozialem Umfeld als Treiber von Zufriedenheit.

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Redaktionelle Einordnung

Der Glücksatlas misst nicht objektive Lebensqualität, sondern die subjektiv empfundene Zufriedenheit per Umfrage. Genau deshalb können Städte wie Erfurt, Oberhausen oder Duisburg trotz schwacher Strukturdaten ganz oben landen, während wohlhabende Metropolen wie München zurückfallen.

Um die Ecke gedacht

Auffällig: Mit Erfurt, Oberhausen und Duisburg stehen gleich mehrere strukturschwächere Städte oben, deren Bewohner sich glücklicher fühlen, als es die Statistik nahelegt. Ob niedrige Mieten am Ende mehr zur gefühlten Zufriedenheit beitragen als ein hohes Pro-Kopf-Einkommen? Der Atlas legt genau das nahe.