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Welt·11. September 2026

USA gedenken der Terroranschläge vom 11. September zum 25. Jahrestag

New York gedenkt zum 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September, während Trump der Zeremonie fernbleibt und stattdessen am Pentagon spricht.

New York begeht an diesem Freitag den 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001. Auf dem Gelände von Ground Zero verlesen Angehörige die Namen der 2977 Todesopfer, während Reden von Politikern nicht vorgesehen sind. Erstmals gibt es eine gesonderte Schweigeminute für die Menschen, die in den Jahren danach an den Folgen des giftigen Trümmerstaubs erkrankten und starben.

Am 11. September 2001 hatten 19 Attentäter des Terrornetzwerks Al-Qaida vier Passagierflugzeuge gekapert. Zwei steuerten sie in die Türme des World Trade Center, eines in das Pentagon, ein viertes stürzte nach dem Widerstand der Passagiere in Pennsylvania ab. Die Anschläge lösten den amerikanischen Krieg gegen den Terror aus, der die Außenpolitik der USA über Jahrzehnte bestimmte.

Zur Zeremonie in Manhattan werden Vizepräsident JD Vance und die vier noch lebenden Ex-Präsidenten George W. Bush, Bill Clinton, Barack Obama und Joe Biden erwartet. Präsident Donald Trump nimmt nicht in New York teil, sondern spricht am Pentagon. In Teilen des rechten Lagers stößt die Teilnahme des ersten muslimischen Bürgermeisters der Stadt auf Kritik. Nach Berechnungen der Brown-Universität kamen in den auf die Anschläge folgenden Kriegen etwa 940.000 Menschen ums Leben. Eine neue Ipsos-Umfrage zeigt, dass rund die Hälfte der US-Bürger 9/11 zu den prägendsten Ereignissen ihres Lebens zählt.

Der Nahostexperte Guido Steinberg verweist darauf, dass der 11. September für viele Menschen biografisch einschneidend blieb, besonders in den Ländern, in denen danach Kriege ausbrachen. Das diesjährige Gedenken findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen und in einem gespaltenen politischen Klima statt. Ob der Tag noch als Moment nationaler Einheit trägt, ist 25 Jahre nach den Anschlägen offener denn je.

Perspektiven

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Der Tag muss zugleich einen Moment und ein Vierteljahrhundert Geschichte fassen, und das erzeugt Spannungen. Angehörige suchen einen stillen Ort der Trauer, während eine Gesellschaft zugleich über Kriege, Sicherheit und Muslimfeindlichkeit streitet. Beide Ansprüche sind berechtigt, lassen sich in einer einzigen Zeremonie aber kaum widerspruchsfrei vereinen.

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Was fehlt

Wie viele Menschen inzwischen an den Spätfolgen des Trümmerstaubs gestorben sind, nennt keine der Quellen konkret. Ohne diese Zahl bleibt unklar, in welchem Verhältnis die neu eingeführte Schweigeminute zur Zahl der am Tag selbst Getöteten steht.

Redaktionelle Einordnung

Die Anschläge vom 11. September 2001 mit 2977 Toten lösten die US-Kriege in Afghanistan und im Irak aus und führten weltweit zu verschärften Sicherheits- und Überwachungsgesetzen. 25 Jahre später bestehen Al-Qaida und das politische Erbe des Krieges gegen den Terror fort, während die USA parallel einen neuen Konflikt mit dem Iran führen.

Um die Ecke gedacht

Der 11. September wird als Tag mit rund 3000 Opfern begangen, doch die als Reaktion begonnenen Kriege forderten nach Berechnungen der Brown-Universität etwa 940.000 Menschenleben. Diese weitaus größere Bilanz findet in den offiziellen Zeremonien praktisch keinen Platz. Ob das eine Frage des Anlasses oder der Perspektive ist, bleibt offen.