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Foto: n-tv

Inland·10. September 2026

Deutsche Bahn: Generalsanierung des Schienennetzes verzögert sich bis in die 2040er Jahre

Die Deutsche Bahn saniert künftig nur noch zwei statt vier Strecken pro Jahr, womit sich das Ende der Generalsanierung bis in die 2040er verschieben könnte.

Die Sanierung des deutschen Schienennetzes zieht sich länger hin als angekündigt. Bahnchefin Evelyn Palla sagte vor Journalisten in Berlin, das Konzept der Korridorsanierung stehe auf dem Prüfstand. Vier Generalsanierungen pro Jahr seien zu viel.

Die Deutsche Bahn hatte im zweiten Halbjahr 2024 mit dem Programm begonnen. Rund 40 stark befahrene Strecken sollen dabei über mehrere Monate voll gesperrt und grundlegend erneuert werden, statt im laufenden Betrieb ausgebessert zu werden. Ursprünglich sollten alle Arbeiten Anfang der 2030er Jahre fertig sein, zuletzt war von 2036 die Rede.

Künftig rechnet Palla mit zwei, bei besonderer technischer Notwendigkeit mit drei Sanierungen pro Jahr. Genaue Jahreszahlen nannte sie nicht, das überarbeitete Konzept werde derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt. An dem Vorgehen gibt es Kritik. Bemängelt wird, die Verbesserungen stünden in keinem Verhältnis zu den monatelangen Vollsperrungen. Mit der reduzierten Schlagzahl könnten sich die Arbeiten bis in die 2040er Jahre ziehen.

Wann das neue Konzept vorgestellt wird, ließ die Bahn offen. Für Reisende und Güterverkehr bedeutet die Streckung, dass störanfällige Abschnitte länger in Betrieb bleiben. Ob der Bund die dafür nötigen Mittel bereitstellt, ist noch nicht entschieden.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Jede Sanierungsstrategie kollidiert mit sich selbst, weil gesperrte Strecken den Verkehr auf ohnehin volle Ausweichrouten drücken. Mehr Tempo erzeugt mehr Umleitungschaos, weniger Tempo verlängert den Sanierungsstau. Die Bahn balanciert zwischen Bauvolumen, Netzkapazität und Budget, und keine Stellschraube lässt sich ohne Folgen für die anderen bewegen.

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Was fehlt

Konkrete Zahlen, welche der rund 40 Strecken nun später saniert werden und mit welchen Mehrkosten zu rechnen ist, nennt keine der Quellen. Auch wie sich die Streckung auf die Pünktlichkeit auswirkt, bleibt offen.

Redaktionelle Einordnung

Das deutsche Schienennetz gilt als überaltert und überlastet; die Generalsanierung ist das größte Infrastrukturprogramm der Bahn seit Jahrzehnten und Voraussetzung dafür, dass Bund und EU ihre Ziele zur Verlagerung von Verkehr auf die Schiene erreichen.

Um die Ecke gedacht

Die Zahl der Zielverschiebungen hat System: Erst hieß es Anfang der 2030er, dann 2036, jetzt womöglich in den 2040ern. Jede Anpassung fällt in eine Zeit knapper Haushaltsmittel — ob die reduzierte Schlagzahl eine bautechnische oder eine finanzielle Entscheidung ist, lässt die Bahn offen.