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EU zwingt WhatsApp, andere KI-Anbieter kostenlos zuzulassen
Die EU-Kommission ordnete per Zwangsmaßnahme an, dass WhatsApp andere KI-Anbieter innerhalb von fünf Werktagen kostenlos zulassen muss.
Die Europäische Kommission hat Meta mit einer seltenen einstweiligen Zwangsmaßnahme dazu verpflichtet, WhatsApp fuer konkurrierende KI-Anbieter wieder kostenlos zu öffnen.
Seit Oktober 2025 hatte Meta die Bedingungen fuer Drittanbieter verschlechtert, die WhatsApp als Kanal fuer ihre KI-Assistenten nutzen wollen. Konkurrenten, die zuvor kostenfrei ueber die Messaging-Plattform Nutzer erreichen konnten, wurden zur Zahlung gezwungen. Damit, so die Kommission, drohte Meta den Zugang zu einem der wichtigsten digitalen Zugangspunkte in Europa zu sperren.
Meta muss nun innerhalb von fünf Werktagen die alten Bedingungen wiederherstellen. EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begruendete den Schritt: In sich schnell entwickelnden Maerkten kann der Wettbewerb verloren gehen, bevor eine endgueltige Entscheidung getroffen wurde. Die Notfallverfuegung bleibt bis zum Abschluss der laufenden Kartelluntersuchung in Kraft.
Fuer deutsche und europäische KI-Startups bedeutet die Maßnahme konkreten Rueckenwind: Sie koennen WhatsApp als Vertriebskanal nutzen, ohne gegen den Marktfuehrer Meta AI anzutreten, der die Plattform kostenlos besetzt. Ob die Maßnahme ausreicht, um echten Wettbewerb herzustellen, wird die laufende Untersuchung zeigen.
Das eigentliche Dilemma ist zeitlich: Ein KI-Markt kann in Monaten kippen, aber ein Kartellverfahren dauert Jahre. Die Kommission greift deshalb zur Notfallverfuegung — ein legitimes Instrument, aber eines, das die Abwaegung zwischen Verfahrenssicherheit und Marktdynamik sichtbar macht. Ob fünf Werktage Umsetzungspflicht fuer Meta realistisch sind, ohne dass neue Ausweichstrategien entstehen, ist die offene Frage.
WhatsApp hat in Europa rund 600 Millionen Nutzer — wer dort KI anbieten kann, hat einen Vertriebskanal, den kein Startup aus eigener Kraft aufbauen kann. Die Frage, wer diesen Kanal kontrolliert, entscheidet mit, wer in Europa das KI-Rennen gewinnt.
Die Kommission greift gerade dann per Notfallverfuegung ein, waehrend Apple und die EU im Clinch ueber Siri in iOS 27 liegen. Beide Faelle folgen demselben Muster: ein US-Konzern nutzt seine Plattform, um eigene KI-Dienste zu bevorzugen und Drittanbieter zu verdraengen. Dass Brüssel nun in beiden Faellen gleichzeitig vorgeht, duerfte kein Zufall sein.