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Kultur·10. September 2026

Ringier stellt nach 57 Jahren den «Sonntagsblick» ein

Ringier stellt den «Sonntagsblick» nach 57 Jahren ein und bündelt die Wochenendberichterstattung ab Januar 2027 im neuen «Blick fürs Wochenende».

Der Schweizer Verlag Ringier stellt den «Sonntagsblick» nach 57 Jahren ein. Die letzte Ausgabe der ältesten Sonntagszeitung des Landes soll am 27. Dezember 2026 erscheinen. An ihre Stelle tritt ab dem 9. Januar 2027 die neue Wochenendzeitung «Blick fürs Wochenende».

Die Geschichte des Blatts begann als Experiment. Am 23. März 1969 lag der «Sonntagsblick» erstmals an den Kiosken, die erste Auflage von 90.000 Exemplaren war ausverkauft. Knallig, meinungsstark und direkt prägte die Zeitung den Schweizer Sonntag über Jahrzehnte. Um die Jahrtausendwende erreichte sie eine Auflage von mehr als 330.000 Exemplaren.

Mit dem neuen Titel bündelt Ringier die bisherige Samstags- und Sonntagsberichterstattung in einer einzigen Wochenendausgabe. Zur Vorstellung lud Verlagschef Marc A. Walder rund 150 Gäste aus Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur nach Zürich. Die frühere Medienministerin Doris Leuthard mahnte dabei, Medien hätten weiterhin eine staatspolitische Bedeutung, es brauche mehr Orientierung und Einordnung.

Der Schritt reiht sich in den langen Rückgang der gedruckten Presse ein. Die roten Verkaufsboxen des «Sonntagsblick» waren zuvor nach und nach aus dem Strassenbild verschwunden, der letzte Automat wurde Ende Juli 2024 befüllt. Ob die Bündelung im «Blick fürs Wochenende» die Leserschaft hält, muss sich ab Januar zeigen.

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Was fehlt

Wie viele Redaktionsstellen mit der Umstellung wegfallen oder erhalten bleiben, geht aus den Angaben nicht hervor. Auch die aktuelle Auflagenzahl, an der sich der Rückgang messen liesse, wird nicht genannt.

Redaktionelle Einordnung

Sonntagszeitungen waren in der Schweiz lange ein eigenes publizistisches Format mit hoher Reichweite und politischem Gewicht. Das Ende des «Sonntagsblick» markiert, wie stark der Rückgang von Auflagen und Werbeerlösen inzwischen auch etablierte Titel erfasst.