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Foto: New York Times

Welt·22. Juli 2026

Über 160.000 Migranten verlassen Südafrika nach fremdenfeindlichen Protesten

Aus Angst vor fremdenfeindlicher Gewalt haben binnen zwei Monaten über 160.000 Ausländer Südafrika verlassen, die meisten stammen aus Simbabwe und Malawi.

In nur zwei Monaten haben nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP mehr als 160.000 Ausländer Südafrika verlassen. Sie flohen aus Angst vor fremdenfeindlicher Gewalt. Die meisten stammen aus Simbabwe und Malawi.

Südafrika ist eines der wohlhabendsten Länder des Kontinents und zieht seit Jahrzehnten Arbeitsmigranten aus schwächeren Nachbarstaaten an. Zugleich liegt die Arbeitslosigkeit bei über 30 Prozent, was den Verteilungskonflikt anheizt. Seit dem vergangenen Jahr organisieren Bewegungen wie „March and March“ Kundgebungen gegen irreguläre Migration. Aktivisten nehmen dabei zunehmend das Gesetz selbst in die Hand.

Im Juni verlangten Demonstranten landesweit die Ausweisung irregulärer Migranten bis zum 30. Juni. Bei den Protesten wurden mindestens vier Menschen getötet. Betroffen sind auch Staatsangehörige aus Ghana, Kenia, Lesotho, Mosambik, Nigeria und Uganda. Die New York Times beschreibt, wie Organisationen Migranten aufspüren und zur Ausreise drängen.

Die Organisatoren kündigten an, ihre Kampagne bis zu den Regionalwahlen im November fortzusetzen. Damit dürfte das Thema Migration den Wahlkampf prägen. Ob die Regierung die Gewalt eindämmt, bleibt offen.

Perspektiven

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Hier kollidieren zwei berechtigte Interessen: der Schutz Zugewanderter und die Verteilungssorgen einer Gesellschaft mit über 30 Prozent Arbeitslosigkeit. Verschärft der Staat die Ausweisungen, riskiert er Gewalt und Rechtsbruch; ignoriert er den Frust, wächst die Radikalisierung. Einfache Parolen lösen keinen Konflikt, der in der Ökonomie wurzelt.

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Redaktionelle Einordnung

Südafrika ist mit Abstand die größte Volkswirtschaft im südlichen Afrika und zieht seit Jahrzehnten Arbeitsmigranten aus schwächelnden Nachbarländern an. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei über 30 Prozent, was den Verteilungskonflikt zwischen Einheimischen und Zugewanderten verschärft.

Um die Ecke gedacht

Die Organisatoren wollen ihre Kampagne bis zu den Regionalwahlen im November fortsetzen. Ob es Zufall ist, dass die Mobilisierung gegen Migranten ausgerechnet in den Monaten vor einem Urnengang an Fahrt gewinnt, in dem Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsfrust die beherrschenden Themen sind?