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SPD fällt in Umfragen auf Rekordtief, AfD bleibt vor der Union
Die SPD fällt im RTL/ntv-Trendbarometer auf 11 Prozent, ihren schlechtesten Forsa-Wert seit Dezember 2019 und gleichauf mit der Linken.
Die SPD ist im RTL/ntv-Trendbarometer auf 11 Prozent gefallen. Das Institut Forsa misst damit den niedrigsten Zustimmungswert für die Sozialdemokraten seit Dezember 2019. Gegenüber der Vorwoche verlor die Partei einen Prozentpunkt.
Die SPD regiert in einer Koalition mit der Union, liegt aber inzwischen gleichauf mit der Linken auf dem letzten Platz unter den fünf Bundestagsparteien. Bei der Bundestagswahl 2025 hatte sie noch 16,4 Prozent erreicht. Die AfD bleibt mit unverändert 27 Prozent stärkste Kraft, während die Union sich um einen Punkt auf 22 Prozent verbesserte.
Der Vertrauensverlust zeigt sich auch bei der politischen Kompetenz. Nur 5 Prozent der Befragten trauen der SPD am ehesten zu, die Probleme des Landes zu lösen, während Union und AfD hier mit je 13 Prozent gleichauf liegen. Parteichef Lars Klingbeil, zugleich Finanzminister und Vizekanzler, fiel im Forsa-Politikerranking von 37 Prozent Zustimmung im Vorjahr auf 28 Prozent im Mai. Das Konkurrenzinstitut Insa weist abweichende Zahlen aus und sieht die SPD bei 12 und die AfD bei 29 Prozent. Bei Umfragen gilt in der Regel eine Fehlertoleranz von rund drei Prozentpunkten.
Hinter den Parteiwerten steht eine getrübte Stimmung. 65 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, nur 13 Prozent rechnen mit Besserung. Mehr als die Hälfte traut keiner Partei zu, die Probleme des Landes zu lösen. Wie die SPD den Abwärtstrend stoppen will, bleibt vor dem anstehenden Spitzentreffen der Koalition mit den Sozialpartnern offen.
Die SPD stellt seit der Wahl 2025 als kleinerer Partner einer Koalition mit der Union die Regierung, war über Jahrzehnte aber eine der beiden großen Volksparteien. Trendbarometer messen Stimmungen zwischen Wahlen und sind keine Prognosen, die nächste reguläre Bundestagswahl steht erst 2029 an.
Der Absturz fällt mit einer Wirtschaftsstimmung zusammen, die laut Umfrage so schlecht ist wie zuletzt zu Corona-Zeiten. Dass ausgerechnet die SPD-geführten Ressorts Finanzen und Arbeit am stärksten unter Druck stehen, während die Union als Koalitionspartner zulegt, verweist auf ein bekanntes Muster: In Koalitionen tragen kleinere Partner Unzufriedenheit oft überproportional.