Foto: WELT
Hegseth beziffert Iran-Kriegskosten auf 37,5 Milliarden Dollar – von Protesten unterbrochen
Hegseth beziffert die Kosten des Iran-Kriegs vor dem Senat auf 37,5 Milliarden Dollar und wird dabei mehrfach von Kriegsgegnern unterbrochen.
- Iran-Krieg eskaliert: USA fliegen zehnte Nacht in Folge Luftangriffe, Trump droht mit Rache
- Iran-Krieg: Weiterer US-Soldat im Nordirak getötet – USA verlegen zusätzliche Kampfjets in den Nahen Osten
- Zwei US-Soldaten bei iranischem Angriff in Jordanien getötet – Iran setzt Abkommen mit USA aus
- USA greifen Iran siebten Tag an – zwei Öltanker in Straße von Hormus nach Minenexplosion in Brand
- USA greifen Iran sechsten Tag in Folge an – Trump droht mit Eskalation
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die Kosten des Kriegs der USA gegen den Iran erstmals seit Wochen offiziell beziffert. Vor dem Haushaltsausschuss des Senats nannte er am Dienstag eine Summe von 37,5 Milliarden Dollar. Das sind fast acht Milliarden Dollar mehr als die bisherige Schätzung von 29 Milliarden.
Es war der erste öffentliche Auftritt Hegseths und des Generalstabschefs Dan Caine vor Parlamentariern, seit das US-Militär Anfang des Monats seine Einsätze gegen den Iran wieder aufgenommen hatte. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen begonnen, um nach eigener Darstellung eine iranische Atombewaffnung zu verhindern. Eine im April vereinbarte Waffenruhe steht seit Tagen durch gegenseitige Angriffe unter Druck.
Auf Nachfrage des demokratischen Senators Dick Durbin erklärte Hegseth, die 37,5 Milliarden umfassten nicht nur bereits angefallene Ausgaben, sondern auch erwartete Kosten bis zum Ende des Haushaltsjahres am 30. September. Dazu zählten Soldzahlungen sowie Betriebs- und Wartungskosten. Zugleich warb Hegseth für einen Nachtragshaushalt von 67 Milliarden Dollar und verwies auf einen Gesamtbedarf des Pentagons von rund 1,5 Billionen Dollar. Die offizielle Zahl liegt deutlich unter externen Schätzungen. Die Ratingagentur Moody's Analytics beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten einschließlich höherer Energiepreise auf bis zu 150 Milliarden Dollar.
Mehrfach unterbrachen Demonstranten die Anhörung und forderten ein Ende des Iran-Kriegs, Beamte führten sie aus dem Saal im Kapitol. Ob die anhaltenden Gefechte die Kosten weiter treiben, ließ Hegseth offen. Damit bleibt unklar, wie teuer der Konflikt am Ende wird und wie lange der Kongress die Ausgaben mitträgt.
Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.
Zwischen Abschreckung und Kostenkontrolle gibt es hier keine saubere Lösung. Bricht der Kongress die Finanzierung ab, riskiert er eine iranische Atombewaffnung; zahlt er unbegrenzt, verliert er die Kontrolle über einen Krieg ohne Ziellinie. Moody's Schätzung von bis zu 150 Milliarden Dollar zeigt, dass schon die Frage, was der Krieg überhaupt kostet, umstritten bleibt.
Die USA und Israel begannen ihre Luftangriffe gegen den Iran am 28. Februar mit dem erklärten Ziel, eine iranische Atombewaffnung zu verhindern. Anfang Juli nahm das US-Militär die Einsätze nach einer brüchigen Waffenruhe wieder auf, weshalb der Kongress nun über Milliarden für die Fortführung entscheiden muss.
Hegseths offizielle 37,5 Milliarden zählen vor allem direkte Militärausgaben. Moody's Analytics kommt einschließlich höherer Energiepreise auf bis zu 150 Milliarden Dollar. Zwischen der Zahl des Pentagons und den volkswirtschaftlichen Gesamtkosten klafft damit eine Lücke von über 110 Milliarden Dollar.