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Technologie·22. Juli 2026

BloombergNEF-Studie: Rechenzentren vervierfachen US-Stromverbrauch bis 2035

Rechenzentren sollen laut einer BloombergNEF-Studie bis 2035 ein Fünftel des US-Stroms verbrauchen, viermal so viel wie heute.

Der Stromhunger von Rechenzentren wächst schneller als bislang angenommen. Bis 2035 werden Rechenzentren in den USA rund ein Fünftel des gesamten Landesstroms verbrauchen, wie eine neue Studie des Forschungsunternehmens BloombergNEF zeigt. Das entspricht dem Vierfachen des heutigen Werts.

Auslöser ist der Boom bei Künstlicher Intelligenz, der enorme Rechenleistung erfordert. Fast die Hälfte der neuen Kapazität soll auf das Training und den Betrieb von KI-Modellen entfallen. Bis 2033 dürften die USA gemessen am Strombedarf 64 Prozent aller KI-Chips beherbergen. Andere Länder sind bereits weiter. In Irland verbrauchen Rechenzentren schon heute 23 Prozent des Landesstroms, mehr als alle städtischen Haushalte zusammen.

Aktuell liegt der Anteil in den USA bei 5,9 Prozent, bis 2030 soll er auf 12 Prozent klettern. In absoluten Zahlen erwartet BloombergNEF für 2035 einen Bedarf von rund 194 Gigawatt. Ende 2025 hatte dasselbe Unternehmen noch 106 Gigawatt prognostiziert, die neue Schätzung liegt 83 Prozent höher. Besonders betroffen sind einzelne Netzbetreiber. Im Verbund PJM zwischen Virginia und Illinois sollen 34 Prozent des Stroms in Rechenzentren fließen, im texanischen ERCOT-Netz 22 Prozent.

Viele der neuen Rechenzentren treffen laut Studie auf Netze, die schon jetzt überlastet sind. Wie die Betreiber den zusätzlichen Bedarf decken und wer die Kosten für den Netzausbau trägt, bleibt offen.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Rechenleistung und Netzstabilität geraten in einen direkten Zielkonflikt. Die USA wollen bei KI führen und zugleich bezahlbaren Strom sichern. Beides gelingt nur, wenn der Ausbau der Erzeugung und der Zubau der Rechenzentren im Gleichschritt laufen, was die Netzbetreiber bisher nicht schaffen.

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Redaktionelle Einordnung

Ein einzelnes großes KI-Rechenzentrum kann so viel Strom verbrauchen wie eine mittelgroße Stadt. Der Ausbau konkurriert damit direkt mit Haushalten und Industrie um begrenzte Netzkapazitäten und treibt vielerorts die Strompreise.

Um die Ecke gedacht

Irland zeigt, wohin die Reise gehen kann. Dort ziehen Rechenzentren bereits mehr Strom als alle Städte des Landes zusammen, und die Regierung hat den Bau neuer Anlagen zeitweise gebremst. Virginia und Texas könnten bald vor derselben Entscheidung stehen.