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Foto: BBC News

Welt·27. Juli 2026

Iran-Krieg: Trump setzt Angriffe für Verhandlungen aus, Ölpreis fällt

Trump setzt die Angriffe auf Iran seit drei Nächten aus und spricht von guten Gesprächen, während Teheran jede direkte Verhandlung bestreitet.

Zum dritten Mal in Folge verging eine Nacht ohne Angriffe. Zuvor hatte das US-Militär Iran 13 Nächte hintereinander bombardiert, bis Präsident Donald Trump die Angriffe am Freitag stoppte. „Es laufen sehr freundliche Verhandlungen“, sagte er am Montag an Bord der Air Force One, und er sehe eine gute Chance, dass etwas passieren könne.

Der Krieg dauert inzwischen fünf Monate. Im Februar begannen die USA und Israel eine gemeinsame Kampagne gegen Irans Atom-, Raketen- und Proxy-Programme, die Trump im April abbrach, nachdem Irans Schließung der Straße von Hormus die Weltwirtschaft erreicht hatte. Eine im Juni unterzeichnete Absichtserklärung hielt nicht, und Mitte Juli folgte die heftigste Phase seit dem April-Waffenstillstand. Nach dem jüngsten Pentagon-Stand vom 25. Juli wurden seit Februar mindestens 624 US-Soldaten verwundet.

Trump begründete die Pause damit, dass die vermittelnden Staaten ihn darum gebeten hätten. Regionale Vertreter nennen Katar und Pakistan als Vermittler, die eine gescheiterte Zwischenvereinbarung wiederbeleben sollen. Teheran stellt es anders dar. „Wir haben keine Verhandlungen mit den Amerikanern verlangt“, sagte Regierungssprecher Esmail Baghaei, und das Außenministerium bezeichnete die Darstellung aus Washington als Erfindung. Nach Berichten von CNN und „New York Times“ hatten Vizepräsident JD Vance und Generalstabschef Dan Caine intern auf schwindende Bestände an Flugabwehrmunition wie Patriot-Raketen hingewiesen, was Trump öffentlich zurückwies.

Die Märkte reagierten sofort, Brent verbilligte sich um rund acht Prozent auf etwa 89 Dollar je Barrel. Ob die Ruhe hält, ist unklar, denn Saudi-Arabien, Jordanien und der Irak meldeten am Montag iranische Drohnenangriffe. An diesem Dienstag empfängt Trump im Weißen Haus Benjamin Netanjahu, der nach Berichten israelischer Medien neue Erkenntnisse über Irans militärische Erholung vorlegen und für eine Rückkehr zur militärischen Linie werben will.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Die Feuerpause ist stabil und brüchig zugleich, und das ist kein Widerspruch. Drei Nächte ohne Luftangriffe stehen neben Drohnenangriffen auf Saudi-Arabien, Jordanien und den Irak, weil die mit Iran verbündeten Milizen eigenen Kalkülen folgen. Jede Vereinbarung, die allein Washington und Teheran bindet, hat damit einen Akteur zu wenig am Tisch.

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Was fehlt

Welche Substanz die Gespräche haben, bleibt offen, denn keine der Quellen benennt Verhandlungspunkte jenseits der Öffnung der Straße von Hormus und des Atomprogramms. Iranische Angaben zu zivilen Opfern der 13 Angriffsnächte kommen in keinem der Berichte vor.

Redaktionelle Einordnung

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Irans Schließung der Meerenge zwang Trump bereits im April zum Abbruch der Kampagne, weshalb der Ölpreis heute auf jedes Signal aus den Vermittlungsgesprächen reagiert.

Um die Ecke gedacht

Trump erklärte an Bord der Air Force One, die USA hätten mehr Munition, als sie jemals verwenden könnten, und verwies zugleich darauf, dass sein Vorgänger Patriot-Raketen an die Ukraine geliefert habe. Nach CNN-Informationen hatten sein Vizepräsident und der Generalstabschef intern genau vor schwindenden Abwehrbeständen gewarnt. Ob die Feuerpause der Diplomatie dient oder der Nachschubplanung, lässt sich von außen nicht entscheiden.