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Welt·11. September 2026

Putin und Xi zum BRICS-Gipfel in Neu-Delhi – Ukraine- und Nahostkrieg im Fokus

Putin und Xi treffen zum BRICS-Gipfel in Neu-Delhi ein, während die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten die Agenda der elf Mitgliedstaaten bestimmen.

Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Freitag in Neu-Delhi eingetroffen, um am 18. BRICS-Gipfel teilzunehmen. Seine Maschine landete auf der Luftwaffenbasis Palam. Damit beginnt ein dreitägiges Treffen der elf Mitgliedstaaten, das von den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten bestimmt wird.

Indien führt in diesem Jahr den Vorsitz und hat den Gipfel unter das Motto „Building for Resilience, Innovation, Cooperation and Sustainability“ gestellt. BRICS zählt inzwischen elf Mitglieder und hat seine Agenda auf Handel, Finanzen, Technologie und die Reform globaler Institutionen ausgeweitet. Prägen dürfte die Beratungen vor allem der Konflikt in Westasien, der im Februar mit einem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran begann. Entsprechend reist auch der iranische Präsident Masoud Peseschkian an.

Noch am Freitag will Putin bilaterale Gespräche mit Ministerpräsident Narendra Modi führen und dabei über Verteidigung, Handel und Energie sprechen. Zuvor spricht er auf dem BRICS-Wirtschaftsforum. Chinas Staatschef Xi Jinping trifft am Rande des Gipfels ebenfalls mit Modi zusammen. Nach Angaben des indischen Handelsministers Piyush Goyal, verbreitet über den russischen Staatssender RT, streben Indien und Russland Investitionen von 50 Milliarden Dollar an und verfolgen derzeit 40 gemeinsame Projekte. Auch UN-Generalsekretär António Guterres wird in Neu-Delhi erwartet.

Die eigentlichen Gipfelsitzungen finden am Samstag und Sonntag statt. Ob die elf Staaten eine gemeinsame Position zu den beiden Kriegen finden, ist offen. Fest steht, dass Modi mit Putin und Peseschkian zwei Staatschefs empfängt, die westliche Regierungen international isolieren wollen.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Indien sitzt zwischen allen Stühlen, und genau darin liegt sein Dilemma. Neu-Delhi kauft russisches Öl, pflegt zugleich enge Sicherheitsbeziehungen zum Westen und konkurriert innerhalb von BRICS mit China. Ein Gipfel, der Ukraine, Nahost und Wirtschaftsfragen zugleich behandeln will, stößt an die Grenze widersprüchlicher Mitgliederinteressen.

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Was fehlt

Ob die angekündigten 50 Milliarden Dollar an Investitionen tatsächlich zustande kommen, lässt sich nicht überprüfen — die Zahl stammt aus einer Rede des indischen Handelsministers, verbreitet über den russischen Staatssender RT, und ist unabhängig nicht bestätigt.

Redaktionelle Einordnung

BRICS ist 2024 von fünf auf inzwischen elf Mitglieder gewachsen und versteht sich als wirtschaftlicher Gegenpol zu den westlich dominierten Institutionen wie G7, Weltbank und IWF. Dass Indien als Gastgeber zugleich enge Beziehungen zum Westen pflegt und russisches Öl kauft, zeigt die Zwischenstellung, aus der Neu-Delhi seine Vermittlerrolle ableitet.

Um die Ecke gedacht

Putin landet ausgerechnet am 25. Jahrestag des 11. September in Neu-Delhi — jenem Tag, der die Ära amerikanischer Vormacht einläutete, gegen die sich BRICS heute als Gegengewicht positioniert. Ob das Datum Zufall ist oder Symbolik, bleibt offen, augenfällig ist die Parallele allemal.