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USA verweigern somalischem WM-Schiedsrichter die Einreise kurz vor Turnierbeginn
Die USA verweigern dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan mit gültigem Visum die Einreise – er verpasst die WM, die er am Donnerstag pfeifen sollte.
Omar Artan reiste aus Istanbul an, landete am Samstag in Miami – und wurde noch am Flughafen abgewiesen. Drei Tage vor dem WM-Auftakt am 11. Juni steht fest: Der somalische Schiedsrichter, der als erster Referee seines Landes bei einer Weltmeisterschaft pfeifen sollte, wird nicht dabei sein.
Artan, 34 Jahre alt und im vergangenen Jahr von der Confederation of African Football (CAF) zum besten Schiedsrichter Afrikas gekürt, gehörte zu den 52 von der FIFA nominierten WM-Schiedsrichtern. Die US-Grenzschutzbehörde CBP bestätigte die Zurückweisung, nannte aber nur "Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung" als Begründung – ohne Artan namentlich zu nennen. Somalia gehört zu den rund 40 Ländern, die unter Trumps Einreisepolitik erhöhter Kontrolle oder einem Einreiseverbot unterliegen. Ciise Aden Abshir, leitender Berater des somalischen Sportministeriums, betonte gegenüber AFP, Artan habe ein gültiges US-Visum besessen.
"Fifa kann bestätigen, dass der Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan nicht an der Fifa-Weltmeisterschaft 2026 teilnehmen und dort Spiele leiten kann", erklärte ein FIFA-Sprecher. Der Weltverband verwies darauf, nicht in die Einreiseprozesse der Gastgeberländer eingebunden zu sein. Bereits vor dem Turnier hatten ähnliche Fälle – darunter der des Schweizer Nationalspielers Breel Embolo – Bedenken ausgelöst, dass die US-Einreisebeschränkungen den sportlichen Wettkampf verzerren.
Artan befindet sich derzeit in Istanbul. Ob FIFA oder das somalische Sportministerium rechtliche Schritte prüfen, ist bisher nicht bekannt. Die WM in den USA, Mexiko und Kanada beginnt am Donnerstag – mit einem Turnier, dessen Gastgeber seinen eigenen Einreiseregeln mehr Gewicht beimisst als den FIFA-Nominierungslisten.
Der Fall Artan zeigt das Spannungsfeld zwischen staatlicher Souveränität und internationalem Sportbetrieb in seiner schärfsten Form. Nationale Einreisepolitik und globale Sportorganisation folgen unterschiedlichen Logiken – und bisher hat kein internationales Regelwerk eine verbindliche Hierarchie zwischen beiden festgelegt. Die WM zwingt nun zur Klärung: Hat ein Nominierungsbescheid der FIFA mehr Gewicht als ein Hoheitsakt der Grenzpolizei?
Somalia steht seit 2017 auf der US-Einreiseverbotsliste – unabhängig von gültigen Visa kann die Grenzschutzbehörde Reisenden aus gelisteten Ländern die Einreise verweigern, ohne Gründe nennen zu müssen.
Die USA waren erst 2018 nicht für die WM qualifiziert und haben das Turnier 2026 unter anderem mit dem Versprechen gewonnen, es als weltoffenes Fest zu gestalten. Dass der Gastgeber nun kurz vor dem Anstoß Schiedsrichter aus 40 Ländern potenziell ausschließt, ist eine Ironie, auf die FIFA-Präsident Infantino bisher öffentlich keine Antwort gegeben hat.