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Ukrainischer Drohnenangriff auf Noworossijsk tötet vier Menschen
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Schwarzmeer-Hafenstadt Noworossijsk sterben nach Behördenangaben vier Menschen, 29 werden verletzt.
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die südrussische Hafenstadt Noworossijsk sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens vier Menschen getötet worden, darunter ein Kind. 29 weitere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen schwer. Das teilte der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, über seinen Telegram-Kanal mit.
Noworossijsk ist ein wichtiger Umschlagplatz für den russischen Seehandel und Sitz von Teilen der Schwarzmeerflotte. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 greift die ukrainische Armee zunehmend Ziele tief im russischen Hinterland an, vor allem mit Drohnen. Dabei stiegen zuletzt auch die zivilen Opferzahlen. Betroffen ist eine Region, über die ein großer Teil der russischen Getreide- und Ölexporte verschifft wird.
Nach Darstellung des Gouverneurs wurden acht Wohnhäuser und ein Kindergarten beschädigt. Der russische Staatssender RT berichtete zudem von Schäden in den Badeorten Anapa und Gelendschik sowie von 596 nach Militärangaben abgefangenen Drohnen. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Über die Nachrichtenagentur dpa bestätigt ist bislang die Zahl von vier Toten und 29 Verletzten in Noworossijsk.
Wie die ukrainische Seite den Angriff einordnet, blieb zunächst offen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt eine Feuerpause im Schwarzen Meer ins Gespräch gebracht. Ob die jüngsten Angriffe diese Debatte beeinflussen, ist noch nicht absehbar.
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Wer die Häfen des Gegners angreift, trifft auch den Weltmarkt. Über das Schwarze Meer läuft ein erheblicher Teil des globalen Weizen- und Ölhandels, von dem Länder in Afrika und Nahost direkt abhängen. Jede Eskalation an dieser Küste hat Zweitwirkungen weit jenseits der Kriegsparteien.
Eine ukrainische Primärquelle fehlt vollständig. Alle Angaben stammen vom russischen Regionalgouverneur und von Staatsmedien, ergänzt um eine dpa-Meldung, und was das militärische Ziel des Angriffs war, bleibt offen.
Noworossijsk ist der wichtigste russische Ölexporthafen am Schwarzen Meer und ein Stützpunkt der Schwarzmeerflotte. Kiew versucht seit Monaten, mit Angriffen auf Häfen und Schiffe die Einnahmen Moskaus aus Öl- und Getreideexporten zu treffen.
Während Selenskyj öffentlich eine Feuerpause im Schwarzen Meer fordert, verlagert sich der Krieg genau dorthin. Beide Seiten beschießen inzwischen bevorzugt die Häfen des Gegners, also jene Infrastruktur, über die ein großer Teil des weltweiten Weizenhandels läuft. Ob sich Aufruf und Kriegsführung noch vereinbaren lassen?