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Foto: BBC News

Welt·10. September 2026

IAEA meldet neue zweistöckige Uran-Anreicherungsanlage in Nordkoreas Yongbyon

Die Atomenergiebehörde IAEA meldet eine neue zweistöckige Uran-Anreicherungsanlage im nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon.

Nordkorea hat im Atomkomplex Yongbyon eine neue zweistöckige Anlage zur Urananreicherung errichtet. Das teilte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, diese Woche mit und sprach von einem Grund zu „ernster Besorgnis“. Das Gebäude soll Platz für bis zu 28 Zentrifugenkaskaden bieten.

Die IAEA hat seit 2009 keine Inspektoren mehr im Land, seit Pjöngjang sie ausgewiesen hat. Ihre Einschätzungen stützt die Behörde seither auf Satellitenbilder. In einem Bericht von Ende vergangenen Monats erklärte sie zudem, Nordkorea habe einen erweiterten Anbau an einer weiteren Anreicherungsanlage in Betrieb genommen. Die Funde deuten auf einen stetigen Ausbau der sanktionierten Nuklearinfrastruktur.

Erstmals erwähnte die IAEA das Gebäude im Juni. Damals berichtete sie, Machthaber Kim Jong Un habe am 3. Juni eine „neu eingeweihte Fabrik zur Produktion von Nuklearmaterial“ besucht, die sie als Anreicherungsanlage in Yongbyon identifizierte. Kim habe die „stark erweiterte Produktionskapazität“ gelobt und von der Möglichkeit „größerer Pläne“ gesprochen. Die Fortsetzung und der Ausbau des Programms seien „klare Verstöße gegen die einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats“, erklärte Grossi.

Ohne Zugang von Inspektoren bleibt das tatsächliche Ausmaß der Anreicherung schwer zu überprüfen. Grossi nannte die Entwicklung „zutiefst bedauerlich“. Wie die internationale Gemeinschaft auf den Ausbau reagiert, ist offen.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Jede Reaktion auf Pjöngjang verschiebt ein fein austariertes Gleichgewicht. Härtere Sanktionen können Nordkorea enger an China binden, Gespräche wiederum belohnen den Regelbruch. Genau dieser Zielkonflikt erklärt, warum die internationale Gemeinschaft seit Jahren zwischen Druck und Dialog pendelt.

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Was fehlt

Wie viel waffenfähiges Material die neue Anlage produzieren kann und wie weit Nordkoreas Arsenal damit wächst, nennt die Quelle nicht. Auch eine Reaktion Pjöngjangs oder der Nachbarstaaten China und Südkorea fehlt.

Redaktionelle Einordnung

Der Komplex Yongbyon ist seit den 1980er-Jahren das Zentrum des nordkoreanischen Atomprogramms. Mehr Zentrifugen bedeuten mehr potenziell waffenfähiges Material, und ohne Inspektoren vor Ort bleibt der Westen auf Satellitenbilder angewiesen.

Um die Ecke gedacht

In derselben Woche verwies die IAEA den Iran wegen Atomverstößen an den UN-Sicherheitsrat. Während sich die diplomatische Aufmerksamkeit auf Teheran richtet, baut Pjöngjang sein Programm weitgehend ungestört aus. Die Behörde kann Verstöße anmahnen, ohne Inspektoren aber kaum etwas durchsetzen.