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Foto: n-tv.de

Welt·9. Juni 2026

Ukraine beschaedigt Tschonhar-Bruecke zur Krim die zweite Nacht in Folge

Die Ukraine beschädigt die Tschonhar-Brücke zur Krim die zweite Nacht in Folge und kappt damit eine von nur drei Landverbindungen zur annektierten Halbinsel.

Die ukrainische Armee hat die Brücke von Tschonhar die zweite Nacht in Folge mit Drohnen beschädigt. Die Verbindung gehört zu nur drei Straßen, die das russische Festland mit der annektierten Halbinsel Krim verbinden. Sie ist nun für den Verkehr gesperrt.

Die Angriffe sind Teil einer Operation, die seit Mai läuft und die Krim systematisch von Nachschub abschneiden soll. Russland nutzt die Halbinsel als Basis für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung seiner Truppen in der Südukraine. Strategisch ist die Krim deshalb ein zentrales Glied der russischen Kriegslogistik. Die Treibstoffversorgung ist dort bereits angespannt, weshalb Russland rationieren musste.

Der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, bestätigte die Schäden auf Telegram und riet Autofahrern, die längere Route über Perekop zu nehmen. Für Treibstofftransporte gilt die Brücke von Kertsch im Osten als zu unsicher. Mehrere Fähren zwischen Russland und der Krim hat die Ukraine bereits ausgeschaltet. Eine ukrainische Drohneneinheit veröffentlichte Aufnahmen, die den Einsatz von FP-1- und FP-2-Drohnen sowie größerer Behemoth-Systeme zeigen sollen. Damit verbleibt Moskau praktisch nur noch eine entlang des Asowschen Meeres neu gebaute Versorgungsstraße, auf der ukrainische Drohnen mittlerer Reichweite gezielt Treibstoff-Lastwagen aufspüren.

Gleichzeitig setzt Russland seine eigenen Angriffe fort. In der Nacht trafen Raketen und Drohnen die Stadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw und töteten mindestens drei Menschen. Die ukrainische Luftwaffe meldete 168 anfliegende Geschosse, von denen 148 abgefangen worden seien. Ob es der Ukraine gelingt, die Krim dauerhaft zu isolieren, dürfte über die Versorgungslage der russischen Südfront mitentscheiden.

Perspektiven

Die Isolierung der Krim ist militärisch logisch, aber ihre Wirkung bleibt ungewiss. Mit nur drei Landverbindungen ist die Halbinsel verwundbar, doch Russland hat bereits Ausweichrouten entlang des Asowschen Meeres gebaut. Jede gekappte Achse erzeugt eine neue, sodass der Erfolg weniger an einzelnen Brücken als an der Gesamtbilanz des Abnutzungskriegs hängt.

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Redaktionelle Einordnung

Die Krim ist über nur drei Landverbindungen erreichbar: die Straßen über Perekop und Tschonhar im Norden sowie die 2018 eröffnete Brücke von Kertsch im Osten. Wer diese Achsen kappt, schneidet zugleich den Nachschub für die russische Südfront ab, für die die Halbinsel als logistische Drehscheibe dient.

Um die Ecke gedacht

Russland hat die Krim seit 2014 als sicheres Hinterland und Feriengebiet inszeniert. Dass dort inzwischen Treibstoff rationiert werden muss, kehrt diese Erzählung um. Die Halbinsel, einst Symbol der Stärke, wird zur logistischen Schwachstelle, die mit billigen Drohnen unter Druck gesetzt werden kann.