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Langzeitstudie: Umstieg auf E-Zigaretten senkt Lungenkrebsrisiko kaum
Eine Langzeitstudie mit 4,5 Millionen Menschen zeigt, dass der Umstieg von Zigaretten auf Vapes das Lungenkrebsrisiko kaum senkt.
E-Zigaretten gelten vielen als harmloser Ausweg aus der Tabaksucht. Eine große Langzeitstudie aus Südkorea widerspricht dieser Hoffnung. Wer von konventionellen Zigaretten dauerhaft auf Vapes umsteigt, senkt sein Lungenkrebsrisiko kaum, während ein vollständiger Rauchstopp klar überlegen ist.
Die Verbreitung von E-Zigaretten hat weltweit rasch zugenommen, getragen von vielen Geschmacksrichtungen und leichter Verfügbarkeit. Viele Konsumenten greifen zu Vapes als tabakfreiem Ersatz, um vom Rauchen loszukommen. Harmlos sind sie deshalb nicht. In ihren Aerosolen finden sich krebserregendes Formaldehyd, giftiges Acrolein, freie Radikale und toxische Metalle. Hinweise auf eine krebserregende Wirkung mehren sich seit Jahren, doch belastbare Langzeitdaten fehlten bislang weitgehend.
Das Team um Yeon Wook Kim von der Seoul National University nutzte das Korean National Health Screening Program und wertete die Daten von 4,5 Millionen Rauchern über sechs Jahre aus. Das Ergebnis ist deutlich. Wer langfristig auf Vapes umstieg, hatte gegenüber denen mit komplettem Rauchstopp ein um mehr als 50 Prozent höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, und ein doppelt so hohes Risiko, daran zu sterben. Insgesamt war das Dampfen mit einem ähnlichen Lungenkrebsrisiko verbunden wie das Rauchen von Tabakzigaretten. Besonders betroffen waren starke Raucher zwischen 50 und 80 Jahren.
Die in "Nature Medicine" erschienene Arbeit hat Grenzen, die die Autoren selbst benennen. Die Angaben zum Rauchverhalten beruhen auf Selbstauskünften, und der Beobachtungszeitraum von höchstens sechs Jahren ist für eine Krebserkrankung kurz. "Ein vollständiger Rauchstopp ist die beste Option", fasst die Gesundheitswissenschaftlerin Ute Mons zusammen. Für die Debatte um E-Zigaretten als Mittel zur Entwöhnung verschiebt sich damit die Beweislast.
Die Studie ist deutlich, aber nicht das letzte Wort. Die Daten beruhen auf Selbstauskünften, und sechs Jahre sind für Lungenkrebs ein kurzer Zeitraum. Gleichzeitig bleibt das Dilemma, dass für manche Raucher der Umstieg realistischer ist als der sofortige Komplettausstieg, auch wenn dieser klar gesünder wäre.
E-Zigaretten gelten als Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung, doch ihre Aerosole enthalten ihrerseits krebserregende Stoffe wie Formaldehyd und Acrolein. Die Studie ist eine der ersten großen Langzeituntersuchungen dazu, hat aber Grenzen: Sie beruht auf Selbstauskünften und einem für Lungenkrebs eher kurzen Zeitraum von sechs Jahren.
E-Zigaretten werden oft mit dem Argument der Schadensminderung verkauft, also als das kleinere Übel gegenüber Tabak. Diese Studie dreht das Argument: Gegenüber dem völligen Aufhören sind Vapes kein kleineres Übel, sondern ähnlich riskant. Ob die Branche ihre Geschmacksrichtungen weiter als Ausstiegshilfe bewerben kann, dürfte damit schwieriger werden.