Todeszahl der Flutkatastrophe in Nepal steigt auf 1365
Die Zahl der Todesopfer der Flutkatastrophe in Nepal steigt auf 1365, während Rettungskräfte weiter nach mehr als 5000 Vermissten suchen.
Die Zahl der Todesopfer der Flutkatastrophe in Nepal ist bis zum 9. September auf 1365 gestiegen. Rettungskräfte suchen weiterhin nach 5326 Vermissten, darunter mindestens 589 ausländische Staatsangehörige. Damit zählt das Unglück zu den schwersten Naturkatastrophen in der jüngeren Geschichte des Himalaya-Staates.
Ausgelöst wurde die Flut am 26. August durch einen Eis- und Gesteinsabbruch nahe der Grenze zwischen Nepal und Tibet. Das Wasser des Flusses Bhotekoshi riss Häuser, Fahrzeuge, Straßen und Brücken mit sich und beschädigte Wasserkraftwerke. Wissenschaftler führen das Ereignis auf die Folgen des Klimawandels zurück, der die Gletscher der Region seit Jahren schrumpfen lässt. Zwischen 2011 und 2020 verloren die Gletscher des Hindukusch-Himalaya nach UN-Angaben 65 Prozent schneller an Eis als im Jahrzehnt zuvor.
Die meisten Todesopfer bargen die Einsatzkräfte in den Distrikten Chitwan, Nawalparasi und Nuwakot. Bislang wurden 102 Leichen nach der Identifizierung an Angehörige übergeben, 1147 weitere Tote wurden unter Entnahme von DNA-Proben zunächst bestattet. Auf chinesischer Seite kamen mindestens 43 Menschen ums Leben, mehr als 500 gelten in Tibet als vermisst. Nepal, das nach eigenen Angaben weniger als 0,1 Prozent der weltweiten Treibhausgase verursacht, fordert 20 Millionen US-Dollar Entschädigung. „Wir zahlen den höchsten Preis für eine globale Krise, die wir nicht verursacht haben“, sagte Außenminister Shisir Khanal.
Nepal richtete seine Forderung an den 2022 eingerichteten UN-Fonds für klimabedingte Schäden. Dieser weist derzeit eine Finanzierungslücke von 2,8 Milliarden US-Dollar auf, bevor er seine ersten Projekte bewilligt. Ob und wann Nepal Mittel erhält, ist offen.
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Einzelne Katastrophen einem konkreten Verursacher zuzurechnen, ist rechtlich wie wissenschaftlich schwierig. Gletscherseeausbrüche haben viele Ursachen, von der Erderwärmung bis zur lokalen Geologie. Wer Entschädigung an einen klaren Schuldnachweis knüpft, riskiert, dass am Ende gar nichts fließt.
Wie die großen Nachbarn und Hauptemittenten Indien und China auf Nepals Entschädigungsforderung reagieren, geht aus den Quellen nicht hervor. Auch die Stimmen der betroffenen Überlebenden selbst kommen in der Berichterstattung nicht vor.
Nepal liegt im Hindukusch-Himalaya, dessen Gletscher zwischen 2011 und 2020 rund 65 Prozent schneller schmolzen als im Jahrzehnt zuvor. Gletscherseeausbrüche wie dieser gelten als eine der größten und am schwersten vorhersehbaren Naturgefahren für die Bergregionen Südasiens.
Der UN-Fonds für klimabedingte Schäden wurde 2022 als Durchbruch gefeiert, hat aber noch keine einzige Auszahlung geleistet. Nepals Antrag über 20 Millionen Dollar könnte zum ersten Praxistest werden, ausgerechnet bei einer Finanzierungslücke von 2,8 Milliarden. Ob daraus echte Hilfe wird, zeigt sich erst bei der Auszahlung.