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Foto: Stern

Wirtschaft·22. Juli 2026

Trump kündigt ab 2028 Zölle von 100 Prozent auf importierte Generika an

Trump kündigt an, importierte Generika ab August 2028 mit 100 und danach mit 200 Prozent Zoll zu belegen, um die Produktion in die USA zu holen.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, importierte Generika künftig mit Zöllen zu belegen. Auf seinem Onlinedienst Truth Social schrieb er am Dienstag, ab dem 1. August 2028 solle für ein Jahr ein Zollsatz von 100 Prozent gelten. Danach steige der Satz auf 200 Prozent.

Generika sind Nachahmerpräparate auslaufender Original-Medikamente und meist deutlich günstiger. Bislang blieben sie von den US-Zöllen ausgenommen, die Washington im April 2026 auf patentgeschützte Arzneimittel verhängt hatte und die bis zu 100 Prozent betragen können. Trump hatte seinem Handelsminister Howard Lutnick ein Jahr Zeit gegeben, die Einfuhr von Generika neu zu bewerten. Bis zum Sommer 2028 sollen die Nachahmerpräparate deshalb weiter zollfrei ins Land kommen.

Mit den Zöllen will Trump die Produktion von Generika in die USA zurückholen. Unternehmen, die innerhalb der gesetzten Frist keine Anlagen errichteten, würden bestraft, kündigte der Präsident an. Ziel sei es, „die Bevölkerung der Vereinigten Staaten zu schützen“. Für andere Medikamente bleiben die bestehenden Regeln unverändert. Besonders im Blick steht die Pharmaindustrie in Europa, denn für Schweizer Exporte patentgeschützter Mittel gilt seit April ein reduzierter Zollsatz von 15 Prozent.

Die Schweiz zählt zu den größten Pharma-Lieferanten der USA und hatte die Zölle bereits als Belastung ihrer Exportindustrie bezeichnet. Ob die angekündigte Rückverlagerung gelingt, hängt davon ab, wie viele Hersteller bis 2028 tatsächlich in US-Werke investieren. Offen ist auch, wie sich die Zölle auf die Arzneimittelpreise im Land auswirken.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Sichere Lieferketten und niedrige Preise lassen sich nicht gleichzeitig maximieren. Eine Rückverlagerung der Produktion kann Engpässe verringern, macht die günstigen Nachahmer aber teurer. Jede Lösung verschiebt das Problem nur zwischen Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit.

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Redaktionelle Einordnung

Generika machen den weitaus größten Teil der in den USA verordneten Arzneien aus, und viele ihrer Wirkstoffe stammen aus Indien und China. Zölle auf diese Einfuhren betreffen damit ausgerechnet den günstigsten Teil der Arzneimittelversorgung.

Um die Ecke gedacht

Der Großteil der in den USA eingelösten Rezepte entfällt auf Generika, deren Wirkstoffe zu großen Teilen aus Indien und China kommen. Ob ausgerechnet Zölle auf die billigsten Medikamente die Preise für Patienten senken? Die Frist bis 2028 lässt den Herstellern zugleich Zeit, den Bau von US-Werken anzukündigen.