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Foto: NYT > World News

Welt·9. Juni 2026

Brutale Messerattacke in Belfast löst neue Proteste in Nordirland aus

Nach einer Messerattacke in Belfast nimmt die Polizei einen Verdächtigen aus dem Sudan fest, Rechtsextreme rufen zu Protesten auf.

Ein Messerangriff im nordirischen Belfast hat in Großbritannien Empörung ausgelöst. Die Polizei nahm einen aus dem Sudan stammenden Tatverdächtigen fest, der am Vortag einen Mann an Gesicht, Hals und Rücken schwer verletzt haben soll. Ein im Internet verbreitetes Video zeigt die Tat.

Auf den Aufnahmen sticht der Angreifer mehrfach auf einen blutüberströmten Mann am Boden ein und versucht offenbar, ihm die Kehle durchzuschneiden. Nach bisherigen Ermittlungen retteten eingreifende Passanten dem Opfer das Leben. Die Verbreitung der Bilder in sozialen Medien heizte die öffentliche Wut an und ließ Befürchtungen über neue Gewalt aufkommen.

Premierminister Keir Starmer verurteilte den Angriff als schrecklich und widerwärtig und erklärte, er habe keinerlei Toleranz für solche Gewaltszenen. Vize-Polizeichef Ryan Henderson stufte den äußerst besorgniserregenden Angriff als kritischen Vorfall ein. Vertreter der britischen Rechtsextremen riefen unterdessen zu Protesten auf, während führende Politiker in Nordirland an die Bevölkerung appellierten, ruhig zu bleiben.

Die Behörden verweisen auf den vergangenen Sommer, als in Nordirland Dutzende Zugewanderte aus ihren Wohnungen vertrieben wurden. Erst wenige Tage zuvor hatten Proteste in Großbritannien begonnen, nachdem ein Video das Vorgehen der Polizei gegen einen tödlich verletzten Studenten gezeigt hatte. Ob die Appelle zur Ruhe greifen oder neue Ausschreitungen folgen, ist offen.

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Redaktionelle Einordnung

Im Sommer 2024 lösten ähnliche Fälle in mehreren britischen Städten tagelange Ausschreitungen gegen Migranten und Asylunterkünfte aus, ausgelöst und befeuert durch in sozialen Medien verbreitete Falschinformationen über die Herkunft von Tatverdächtigen.

Um die Ecke gedacht

Der Fall reiht sich in ein Muster ein: Erst wenige Tage zuvor hatten Proteste begonnen, nachdem ein Video das Vorgehen der Polizei gegen einen sterbenden Studenten zeigte. Ob die rasche Mobilisierung der Empörung dem Tempo der Ermittlungen vorausläuft, ist die wiederkehrende Frage, seit Videoclips schneller kursieren als gesicherte Fakten.