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Technologie·9. Juni 2026

Apple WWDC 2026: Neues Siri AI vorgestellt, EU-Nutzer zunächst ausgeschlossen

Apple stellt auf der WWDC Siri AI mit Google Gemini vor, doch EU-Nutzer bleiben wegen DMA-Streit zunächst außen vor.

Apple hat auf seiner Worldwide Developers Conference am Montag iOS 27, macOS 27 (Codename Golden Gate) und eine tiefgreifend überarbeitete Version seines KI-Assistenten Siri präsentiert. Unter dem Namen Siri AI nutzt der Assistent künftig Googles Gemini-Modelle als Grundlage, läuft aber in Apples verschlüsselter Private-Cloud-Compute-Infrastruktur. Apple sichert zu, weder das Unternehmen selbst noch Google könnten dabei auf Nutzerdaten zugreifen.

Die WWDC 2026 steht unter besonderem Vorzeichen: Es ist die letzte Konferenz unter CEO Tim Cook, der am 1. September das Steuer an Hardwarechef John Ternus übergibt. Apples Senior Vice President Craig Federighi eröffnete die Keynote ungewöhnlich mit einer Liste von Korrekturen — Überarbeitungen an der umstrittenen Liquid-Glass-Optik, Verbesserungen der Suchfunktion, ein repariertes Dateiübertragungssystem. Der Aufbau war ein stilles Eingeständnis: Das Fundament brauchte Reparatur, bevor Apple KI darauf bauen konnte.

Für EU-Nutzer kommt Siri AI vorerst nicht. Apple begründet das mit einem laufenden Konflikt über den Digital Markets Act (DMA): Die EU-Kommission verlangt, dass Apple fremde KI-Anbieter auf Systemebene gleichberechtigt zulässt. Apple will das nur über eine isolierte Zwischenschicht tun, die EU lehnte eine 18-monatige Ausnahmeregelung ab. Auf dem Mac können EU-Entwickler sich in eine Warteliste eintragen; iOS und iPadOS bleiben vorerst ganz außen vor. Derweil öffnet Apple sein Ökosystem in kleineren Schritten: Geteilte iCloud-Fotoalben werden künftig auch für Android- und Windows-Nutzer zugänglich.

Der Hintergrund der Keynote ist heikel: Im Mai hatte Apple einen Vergleich über 250 Millionen Dollar wegen irreführender Werbung für KI-Funktionen aus dem WWDC 2024 abgeschlossen, die nie in versprochener Form geliefert wurden. Diesmal zeigte Apple die neuen Siri-Funktionen bewusst in vorab aufgezeichneten, aber realitätsnäheren Demonstrationen — ein Kontrast zu den hochglanzpolierten Konzeptvideos des Vorjahres.

Perspektiven

Hier prallen zwei legitime Interessen aufeinander, die schwer zu versöhnen sind. Apple will ein kontrolliertes, datenschutzkonformes KI-System — die EU will offene Plattformen. Beides ist begründet. Das eigentliche Problem: Die Regulierung entstand, bevor klar war, wie tiefgreifend KI-Systeme in das Betriebssystem integriert werden. Für Grenzfälle wie diesen gibt es noch keine belastbare Rechtsauslegung.

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Redaktionelle Einordnung

Apple hat bei seiner letzten KI-Präsentation gegenüber Nutzern Versprechen gemacht, die es nicht einhalten konnte — und zahlte dafür 250 Millionen Dollar. Der DMA-Streit mit der EU hat eine direkte Konsequenz: Europäische Nutzer sind bei jedem großen Apple-KI-Update als letzte dran.

Um die Ecke gedacht

Apple wirft der EU vor, den Siri-AI-Rollout zu blockieren — gleichzeitig nutzt Apple genau Googles Gemini-Modelle als Grundlage für Siri. Google ist selbst als Gatekeeper unter dem DMA eingestuft. Ob die Regulierung also wirklich Wettbewerb schützt oder nur entscheidet, welche amerikanischen Konzerne in Europa KI ausrollen dürfen, ist eine Frage, die die EU-Kommission bisher nicht klar beantwortet hat.