Weltweit erste Therapie zur Verjuengung alternder Zellen am Menschen getestet
In einer klinischen Studie wird weltweit erstmals ein Mensch mit einer Therapie zur zellulaeren Reprogrammierung behandelt, die alternde Zellen verjuengen soll.
Erstmals ist ein Mensch mit einer Therapie behandelt worden, die alternde Zellen verjuengen soll. Wie das Fachmagazin Nature berichtet, erhielt der erste Teilnehmer die Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie zur zellulaeren Reprogrammierung. Das Verfahren zielt darauf, gealterte Zellen in einen juengeren Zustand zurueckzuversetzen.
Die zellulaere Reprogrammierung geht auf Arbeiten zurueck, fuer die der japanische Forscher Shinya Yamanaka 2012 den Nobelpreis erhielt. Er zeigte, dass sich ausgereifte Zellen mit wenigen Faktoren in einen embryonalen Zustand zuruecksetzen lassen. Die Altersforschung verfolgt seither die Idee, diesen Prozess kontrolliert einzusetzen, um Zellen zu verjuengen, ohne ihre Identitaet und Funktion zu loeschen. Bislang gab es dafuer vor allem Belege aus Tierversuchen.
Mit der Behandlung des ersten Studienteilnehmers verlaesst der Ansatz nun das Labor und erreicht die klinische Erprobung am Menschen. Im Zentrum steht zunaechst die Frage der Sicherheit. Eine unkontrollierte Reprogrammierung gilt als riskant, weil sie die Funktion von Zellen stoeren und das Wachstum von Tumoren beguenstigen kann. Die Studie soll deshalb zeigen, ob sich der Prozess beim Menschen praezise genug steuern laesst.
Belastbare Ergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit stehen noch aus und werden voraussichtlich Jahre dauern. Sollte sich der Ansatz bewaehren, koennte er die Behandlung altersbedingter Erkrankungen veraendern. Bis dahin bleibt die erste Anwendung vor allem ein wissenschaftlicher Meilenstein, dessen Tragweite sich erst noch erweisen muss.
Die zellulaere Reprogrammierung geht auf die Entdeckung der nach Shinya Yamanaka benannten Faktoren zurueck, fuer die er 2012 den Medizin-Nobelpreis erhielt. Sie erlaubt es, ausgereifte Zellen in einen juengeren Zustand zurueckzuversetzen, gilt aber als schwer kontrollierbar.
Verjuengungsansaetze ziehen seit Jahren grosse Investitionen aus dem Silicon Valley an, etwa in das von Tech-Milliardaeren mitfinanzierte Unternehmen Altos Labs. Die erste Anwendung am Menschen ist damit nicht nur ein wissenschaftlicher, sondern auch ein wirtschaftlicher Meilenstein in einem milliardenschweren Forschungsfeld.