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Greenpeace meldet 400 Quadratkilometer großen Ölteppich in der Straße von Hormus
Greenpeace meldet einen Ölteppich von rund 400 Quadratkilometern in der Straße von Hormus, der sich binnen eines Tages verdoppelt hat.
In der Straße von Hormus breitet sich nach Angaben von Greenpeace ein großflächiger Ölteppich aus. Die auf Satellitenbildern sichtbare verschmutzte Meeresfläche wuchs laut der Umweltschutzorganisation vom 9. auf den 10. September von etwa 200 auf rund 400 Quadratkilometer. Das entspricht ungefähr drei Vierteln des Bodensees.
Die Meerenge ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt, weshalb Umweltschützer seit Beginn des Iran-Kriegs vor einer Katastrophe warnen. Die Streitkräfte der Islamischen Republik hatten zahlreiche Frachter angegriffen, um die Schifffahrt faktisch zu blockieren. Die USA antworteten mit einer Seeblockade für iranische Schiffe und beschossen Tanker, um sie manövrierunfähig zu machen. Bei diesen wechselseitigen Angriffen trat immer wieder Öl aus.
Der aktuelle Teppich könnte laut Greenpeace vom Rohöltanker „Riesco“ stammen, der zuletzt nahe dem Ausgangspunkt der Verschmutzung geortet wurde. Seither empfängt die Organisation kein Signal mehr von dem Schiff. Der Austritt begann demnach wahrscheinlich in der Nacht zum 8. September, als Wärmesignaturen erfasst wurden. Das US-Militär erklärte, es habe die „Riesco“ und weitere mit dem Iran verbundene Tanker angegriffen.
Wie viel Öl bereits ausgetreten ist, bleibt unklar. Besonders kritisch wird es, wenn der Teppich die Küste erreicht. Im August war Öl an der iranischen Insel Keschm gemeldet worden, das Nistplätze von Meeresschildkröten und wichtige Fischgründe bedrohte. Eine unabhängige Bestätigung des Ausmaßes steht noch aus.
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Hier kollidieren Energiesicherheit und Umweltschutz unauflösbar. Wer den iranischen Öltransport per Blockade stoppt, riskiert genau die havarierten Tanker, die nun das Meer verschmutzen. Jede militärische Option in der Meerenge erzeugt ökologische Folgekosten, die sich nicht wegverhandeln lassen.
Eine unabhängige Bestätigung des Ausmaßes jenseits der Greenpeace-Satellitenauswertung fehlt, ebenso Stellungnahmen Irans oder des Schiffsbetreibers sowie Angaben zur tatsächlich ausgetretenen Ölmenge.
Durch die Straße von Hormus wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Öls verschifft. Eine großflächige Verschmutzung dort bedroht zugleich Fischgründe, Nistplätze von Meeresschildkröten und die globale Energieversorgung.
Der mutmaßliche Verursacher, der Tanker „Riesco“, wurde nach US-Angaben zuvor vom amerikanischen Militär angegriffen. Die Umweltverschmutzung wäre damit eine Nebenfolge jener Seeblockade, mit der Washington Irans Öltransporte stoppen will.