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Kenia nimmt Ebola-Quarantänelager für US-Bürger in Betrieb – trotz Gerichtsurteil
Kenia betreibt trotz eines Gerichtsverbots ein Quarantänelager für US-Bürger, die im Ebola-Gebiet im Kongo im Einsatz waren.
Auf einem kenianischen Luftwaffenstützpunkt stehen 17 weiße Zelte in Reih und Glied. In diesem abgesicherten Areal in Laikipia, rund 200 Kilometer nördlich von Nairobi, hat Kenia ein Quarantänelager für US-Bürger in Betrieb genommen. Sie sollen dort isoliert werden, bevor sie aus dem Ebola-Gebiet in die USA zurückkehren.
Hintergrund ist ein schwerer Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, der bislang fast 1000 Todesopfer gefordert hat. Über 2000 Menschen wurden positiv getestet, die Weltgesundheitsorganisation hält die Dunkelziffer für zwei- bis dreifach höher. Mehr als 700 US-Bürger sind im Kongo im Einsatz, um den Ausbruch einzudämmen. Washington will verhindern, dass Rückkehrer das Virus in die USA tragen.
Seit vergangenem Freitag sind sieben US-amerikanische Ärzte des Hilfswerks Samaritan's Purse in dem Lager untergebracht. Sieben Mitarbeiter des amerikanischen Katastrophenhilfeteams befänden sich im Isolationszentrum in Kenia, bestätigte dessen Vorsitzender Franklin Graham. Gegen die Einrichtung regte sich in Kenia Widerstand. Anwohner protestierten und zogen vor Gericht. Nach Darstellung von ntv setzt sich die US-Regierung über gerichtliche Anweisungen hinweg.
Der Fall bringt Kenias Regierung in eine Zwickmühle zwischen der eigenen Justiz und den Interessen Washingtons. Wie lange das Lager betrieben wird und ob die Gerichte sich durchsetzen, ist offen.
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Medizinische Notwendigkeit und nationale Souveränität kollidieren hier direkt. Die Isolation exponierter Helfer ist bei Ebola sinnvoll, doch sie findet auf fremdem Boden gegen Gerichtsbeschlüsse statt. Beide Prinzipien sind legitim, und genau das macht den Fall schwer auflösbar.
Samaritan's Purse ist das evangelikale Hilfswerk von Franklin Graham, einem prominenten Unterstützer der US-Regierung. Bei Ebola gilt die Isolation exponierter Helfer als medizinisch üblich, weil das Virus erst mit Symptomen ansteckend wird und die Inkubationszeit bis zu 21 Tage betragen kann.
Dass ausgerechnet Kenia das Lager stellt und dabei eigene Gerichtsurteile übergeht, verweist auf die Abhängigkeit ostafrikanischer Staaten von US-Hilfsgeldern. Wer zahlt, bestimmt offenbar auch, wo Amerikas Bürger in Quarantäne kommen.