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Welt·28. Juli 2026

Ebolaausbruch im Kongo: 1405 Tote, Helfer streiken wegen ausstehender Löhne

Im Kongo sind 1405 Menschen an Ebola gestorben, während Helfer in Bunia wegen zwei Monaten ausstehender Löhne die Arbeit niederlegen.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind seit Ende April 1405 Menschen an Ebola gestorben. Die Behörden bestätigten am Sonntag 3200 Laborfälle, rund 1000 davon kamen in nur zehn Tagen hinzu. Zugleich legten Beschäftigte eines Behandlungszentrums in Bunia die Arbeit nieder, weil sie seit zwei Monaten kein Gehalt erhalten haben.

Es ist der 17. Ebolaausbruch des Landes, ausgerufen am 15. Mai. Verursacher ist der Bundibugyo-Stamm, gegen den bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine gezielte Therapie existiert. Die Epidemie trifft eine Region, in der bewaffnete Gruppen um rohstoffreiche Gebiete kämpfen und viele Menschen auf der Flucht sind. Fachleute gehen davon aus, dass sich das Virus im Frühjahr wochenlang unbemerkt ausbreitete.

Fast 90 Prozent der Fälle entfallen nach Angaben der WHO auf die nordöstliche Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Bestätigte Infektionen gibt es inzwischen in fünf der 26 Provinzen. Die von den Behörden gemeldete Sterberate liegt bei 44 Prozent, dabei rechnen Fachleute mit einer hohen Dunkelziffer. Der Nothilfechef der WHO schätzte am 15. Juli, die wahre Fallzahl könne bis zu viermal höher liegen. Zugleich beschleunigte sich die Impfstoffforschung. Die Universität Oxford verabreichte am Freitag einer ersten Probandengruppe einen experimentellen Impfstoff gegen den Bundibugyo-Stamm. „Wir haben diesen Impfstoffkandidaten in nur acht Wochen vom Konzept in die Klinik gebracht“, sagte David Pulido-Gomez vom Pandemic Sciences Institute.

Die WHO rechnet damit, dass der Ausbruch noch mehrere Monate dauern kann. Für die Bekämpfung stehen weniger internationale Mittel bereit als bei früheren Epidemien, unter anderem weil die US-Regierung entsprechende Hilfsprogramme gekürzt hat. Zum Vergleich taugen die beiden schwersten Ausbrüche der vergangenen Jahre. In Westafrika starben 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen, im Ostkongo zwischen 2018 und 2020 rund 2300.

Perspektiven

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Jede Zahl in dieser Statistik hängt an der Fähigkeit, überhaupt zu testen. Die Behörden führen den Sprung um 1000 Fälle in zehn Tagen auch auf bessere Diagnostik zurück, während die WHO die wahre Fallzahl für bis zu viermal höher hält. Mehr Testkapazität lässt die Kurve zunächst steigen und die Sterberate sinken, was Geldgeber leicht in die falsche Richtung liest.

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Was fehlt

Wie viele Behandlungszentren der Streik erfasst und wer die ausstehenden Löhne zahlen müsste, sagt keine der Quellen. Auch eine Stellungnahme des kongolesischen Gesundheitsministeriums zu den Zahlungsrückständen fehlt.

Redaktionelle Einordnung

Gegen den Bundibugyo-Stamm gibt es keinen zugelassenen Impfstoff, denn die in früheren Ausbrüchen eingesetzten Vakzine wirken gegen den Zaire-Stamm des Virus. Das Ausbruchszentrum Ituri liegt im Osten des Landes, wo seit Jahren Milizen kämpfen und Helfer nur eingeschränkt arbeiten können.

Um die Ecke gedacht

Oxford brachte einen Impfstoffkandidaten nach eigenen Angaben in acht Wochen von der Idee in die Klinik, während Pflegekräfte in Bunia seit zwei Monaten auf ihr Gehalt warten. Beim Ausbruch von 2018 bis 2020 floss deutlich mehr internationales Geld in dieselbe Region. Ob sich die Kürzungen der US-Hilfsprogramme in der aktuellen Bilanz niederschlagen, lässt sich bislang nicht beziffern.