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Foto: Stern

Welt·11. September 2026

Russischer Angriff auf Einkaufszentrum in Pawlohrad tötet mindestens fünf Menschen

Ein russischer Angriff auf ein Einkaufszentrum im ukrainischen Pawlohrad tötet mindestens fünf Menschen und verletzt 67 weitere, darunter drei Jugendliche.

Bei einem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der ukrainischen Stadt Pawlohrad sind nach Angaben der Regionalbehörden mindestens fünf Menschen getötet worden. 67 weitere wurden verletzt, unter ihnen drei Jugendliche. Der Schlag traf das Zentrum der Stadt am helllichten Tag, als die Straßen voller Menschen waren.

Pawlohrad liegt in der Region Dnipropetrowsk, rund 75 Kilometer von der Frontlinie entfernt, und ist ein wichtiger Bahn- und Logistikknoten für den Osten des Landes. Bisher galt die Stadt vielen Menschen, die dem Krieg im Osten entkommen wollten, als vergleichsweise sicherer Rückzugsort. Dieser Schlag auf ein ziviles Ziel reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, die zunehmend weit hinter der Front einschlagen.

Regionalgouverneur Oleksandr Hanscha erklärte, bei dem Angriff seien Geschäftsräume und Fahrzeuge beschädigt worden. Der Treffer auf das Einkaufszentrum war Teil einer breiteren Attacke, bei der nach Behördenangaben fünf Stadtteile mit Drohnen, Artillerie und Fliegerbomben getroffen und insgesamt 76 Menschen verletzt wurden. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete für die gesamte Attacke sieben Tote. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, Russland gehe davon aus, dass unablässige Angriffe auf Zivilisten die Ukrainer zermürben und zu Zugeständnissen zwingen könnten. Welcher Waffentyp eingesetzt wurde, war zunächst nicht offiziell bestätigt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich in Kanada aufhielt, veröffentlichte Bilder der Zerstörung und schrieb, die Welt sehe, was Russland tue, und die Ukraine werde Unterstützung erhalten. Am selben Tag meldeten russische Stellen rund 30 Verletzte durch eine ukrainische Seedrohne in der Schwarzmeerstadt Sotschi. Ob die Angriffe ins jeweilige Hinterland anhalten, dürfte auch davon abhängen, wie schnell westliche Partner zugesagte Luftabwehr liefern.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Jede Reaktion auf solche Angriffe steckt im Dilemma zwischen Abschreckung und Eskalation. Am selben Tag traf die Ukraine Sotschi mit rund 30 Verletzten und Belgorod — Vergeltung dreht die Spirale weiter, ohne die nächste Einkaufsstraße zu schützen. Eine einfache militärische Antwort, die Zivilisten sichert, ohne den Krieg auszuweiten, gibt es nicht.

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Was fehlt

Eine russische Stellungnahme zu dem konkreten Angriff auf das Einkaufszentrum liegt nicht vor; alle Opferzahlen stammen von ukrainischen Behörden, und der eingesetzte Waffentyp ist offiziell nicht bestätigt.

Redaktionelle Einordnung

Pawlohrad ist ein wichtiger Bahn- und Logistikknoten rund 75 Kilometer hinter der Front und galt für viele Binnenflüchtlinge aus dem umkämpften Osten bisher als vergleichsweise sicherer Rückzugsort.

Um die Ecke gedacht

Der Angriff fällt in eine Phase, in der beide Seiten Ziele Hunderte Kilometer hinter der Front treffen — am selben Tag meldeten russische Stellen rund 30 Verletzte durch eine ukrainische Seedrohne im Schwarzmeerort Sotschi. Ob die Verlagerung des Krieges ins Hinterland Zufall ist oder Kalkül vor möglichen Verhandlungen, bleibt offen.